Der August ist in puncto Flüssiggaslieferungen zwar immer ein eher ruhiger Monat, aber aktuell ist noch viel weniger los als sonst. Das erklärte ein Sprecher von Gasnetzbetreiber Fluxys. Der US-israelische Angriffskrieg gegen den Iran und die daraus resultierende Blockade der Straße von Hormus haben dazu geführt, dass seit dem Frühjahr kaum noch Flüssiggas aus Katar nach Belgien transportiert werden kann.
Gleichzeitig ist der Energieverbrauch in Asien durch die Hitze deutlich angestiegen, was zu einer lokal stärkeren Nachfrage und damit höheren Flüssiggaspreisen geführt hat. Der asiatische Markt ist für die Flüssiggas-Lieferanten aktuell finanziell also interessanter als Europa. Deswegen werden Gaslieferungen aus den Vereinigten Staaten und Westafrika dorthin umgeleitet.
Das hat auch dazu geführt, dass Belgien die ausfallenden Flüssiggaslieferungen immer mehr durch russisches Gas ersetzen musste. Im Juni etwa stammten 75 Prozent des importierten Flüssiggases in Zeebrugge aus Russland, im Juli sogar hundert Prozent.
Wegen Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine wird der Import von russischem Gas nach Europa ab dem kommenden Jahr aber komplett verboten. Hinzu kommt, dass Russland nun auch die Polarroute nutzen kann, um sein Gas gewinnbringender nach Asien zu verkaufen.
Für September erwartet Fluxys in Zeebrugge ungefähr fünf Flüssiggaslieferungen, davon keine oder vielleicht eine aus Russland, so der Gasnetzbetreiber.
Boris Schmidt