Bisher waren die Regeln für die technische Überprüfung von Autos in Belgien im Großen und Ganzen identisch, hebt ein Sprecher von Touring hervor. Ab September werde das aber nicht mehr der Fall sein, weil die Wallonie und Brüssel nicht bei der flämischen Reform mitzögen beziehungsweise noch nicht.
Alle Autobesitzer hätten die freie Wahl, wo im Land sie die technische Kontrolle durchführen ließen, erinnert Touring. Es liege also auf der Hand, dass sich viele Menschen dafür für den Norden entscheiden würden, weil die dortige Prüfbescheinigung doppelt so lang gelte.
Neben der längeren Gültigkeit der Prüfbescheinigung werden in Flandern auch noch weitere Regeln gelockert. So soll ebenfalls ab September in den Prüfzentren nicht mehr kontrolliert werden, ob ein Versicherungsnachweis vorliegt. Außerdem bekommen Autofahrer in Flandern deutlich mehr Zeit, um größere technische Defekte beheben zu lassen – nämlich zwei Monate anstatt wie bisher 15 Tage.
Der Automobilverband fordert deshalb eine landesweite Harmonisierung der Regeln. Es sei den Menschen kaum zu vermitteln, warum auf einer Seite der Sprachgrenze andere Regeln gelten sollten als auf der anderen. Außerdem müsse man durch den zu erwartenden "TÜV-Tourismus" mit Problemen in den technischen Prüfstellen rechnen.
Boris Schmidt