Die belgische Staatsschuld wird teurer und teurer. Zunächst einmal ist es ja so, dass der Schuldenberg an sich im Moment relativ schnell weiter anwächst. Nicht vergessen: Das belgische Haushaltsdefizit liegt bei über fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Das ist der schlechteste Wert in der Eurozone. Und mehr Schulden, das bedeutet natürlich auch eine höhere Zinslast.
Hinzu kommt dann noch, dass die Ratingagenturen Moody's und S&P im April die Kreditwürdigkeit des Landes um eine Stufe herabgesetzt haben. Im Klartext bedeutet das, dass das Risiko für die Investoren höher eingestuft wird. Und höheres Risiko, das lässt man sich bezahlen, eben in Form von Zinsen.
Genau das kann man seit einigen Monaten beobachten: Bei jeder Refinanzierungsoperation, bei der grob gesagt alte, abgelaufene Darlehen durch neue ersetzt werden, hat der belgische Staat einen Zinsaufschlag hinnehmen müssen. Je nach Laufzeit lagen die Zinsen um bis zu 0,3 Prozentpunkte über dem Niveau von 2025.
Die Wirtschaftszeitung L'Echo hat alles zusammengerechnet. Resultat: Die Zinslast ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Fünftel dessen, was Belgien bis 2029 einsparen muss.
Roger Pint