Die Regierung handelt auf den Rat des interföderalen Screening-Ausschusses. Der hat zum Ziel, geplante Investitionen von ausländischen Unternehmen in Belgien auf sicherheitsrelevante Aspekte zu prüfen. Im Fall des chinesischen Übernahmeversuchs hatte der Screening-Ausschuss große Bedenken.
Das belgische Hubschrauberunternehmen NHV mit Sitz in Ostende bringt mit seinen Hubschraubern vor allem Personal und Material zu Offshore-Windparks, auf Ölplattformen und Installationen des Gassektors. Außerdem soll sich NHV um einen Großauftrag beim belgischen Militär beworben haben.
Solche Aktivitäten in die Hände eines chinesischen Unternehmens zu geben sei ein "Risiko für die nationale Sicherheit", kommentiert der föderale Wirtschaftsminister David Clarinval die Entscheidung, die Übernahme zu verbieten.
Es ist das erste Mal seit drei Jahren, dass die Regierung die Übernahme eines belgischen Unternehmens durch ein ausländisches stoppt.
NHV beschäftigt rund 400 Mitarbeiter und gehört seit 2013 einer französischen Investoren-Gruppe. Die hatte NHV an ein irisches Unternehmen verkaufen wollen, das als Tochterunternehmen zur chinesischen GDAT-Gruppe gehört.
Kay Wagner