Mit einer Kranzniederlegung am internationalen Denkmal für Menschen, die bei ihrer Arbeit das Leben verloren haben, haben auf der Grand-Place in Marcinelle die Gedenkveranstaltungen an das Grubenunglück vor 70 Jahren begonnen.
Die zentrale Feier ist für Samstag geplant - genau 70 Jahre nach dem Unglück am 8. August 1956. Um 8:05 Uhr soll auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks Bois du Cazier zunächst eine Glocke gesegnet werden, die dann fünf Minuten später, genau um 8:10 Uhr, 262 Mal erklingen soll. Um 8:10 Uhr war damals das Feuer knapp 1.000 Meter unter der Erde ausgebrochen.
Jeder Glockenschlag soll an einen der Kumpel erinnern, die damals in den Schächten des Bergwerks Opfer der Flammen und des Rauchs geworden waren. Nur 13 Bergleute konnten damals lebend aus den Schächten geborgen werden.
Gut die Hälfe der Opfer waren Italiener. Aus Italien sind deshalb auch hochrangige Politiker zur Gedenkfeier nach Charleroi gekommen. Zeitweise war auch im Gespräch gewesen, dass sogar Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kommen sollte. Aus Furcht vor öffentlichen Kundgebungen gegen die rechtsgerichtet Meloni sagte sie ihr Kommen jedoch schließlich ab.
Kay Wagner