Die Gewerkschaften in Belgien zeigen sich wenig begeistert von der geplanten Einführung einer Jahresarbeitszeit. Die Föderalregierung hatte sich auf die Reform geeinigt.
Sie sieht vor, dass Arbeitszeiten künftig flexibler über das gesamte Jahr verteilt werden können. Der liberale Gewerkschaftsbund Synova befürchtet dadurch einen Verlust an Kaufkraft für Beschäftigte. Auch der sozialistische Gewerkschaftsbund FGTB teilt diese Sorge und betont, die Diskussion über die Folgen der Reform habe gerade erst begonnen.
Die Sozialpartner sollen noch über eine Ausgleichszahlung oder andere Formen der Entschädigung für Arbeitnehmer beraten. Vizepremier Frank Vandenbroucke von Vooruit hatte erklärt, die Einführung der Jahresarbeitszeit werde nicht ohne eine solche Kompensation erfolgen.
Die FGTB hält dagegen: Eine Prämie mache aus einem schlechten System kein gutes. Arbeitnehmer seien keine "Akkordeons", die bei steigender Produktion auseinandergezogen und in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten wieder zusammengedrückt werden könnten.
Positiv bewerten die Gewerkschaften die geplante Verlängerung des Geburtsurlaubs um fünf zusätzliche Tage. Gleichzeitig warnt die FGTB davor, dass eine Zusammenlegung verschiedener Elternurlaubsregelungen nicht zu einem Abbau bestehender Rechte führen dürfe.
belga/fk