Ab dem 1. Juli verkauft die SNCB keine Fahrkarten mehr im Zug. Alle Reisenden müssen grundsätzlich vor dem Einsteigen ein gültiges Ticket besitzen, im Zug kann kein reguläres Ticket mehr gelöst werden.
Fahrgäste ohne gültiges Ticket werden ab Mittwoch automatisch als Schwarzfahrer betrachtet. Und dann droht eine Strafzahlung in Höhe von 50 Euro, die sich bei Nichtzahlung auf bis zu 500 Euro erhöhen kann. Das sagte SNCB-Sprecher Dimitri Temmerman in der VRT.
Es gibt allerdings Ausnahmen: Wer an einem Haltepunkt ohne Automaten oder Schalter einsteigt, muss keinen Aufpreis bezahlen. Das gilt auch, wenn der Automat nachweislich defekt ist.
Außer an Schaltern und Automaten läuft der Fahrkartenverkauf auch über die Bahn-App und über die Internetseite der SNCB. Die Bahn hat ab Mittwoch verstärkte Kontrollen angekündigt.
Die Fahrgastvereinigung Navetteurs nennt die neue Regelung skandalös und demütigend für Bahnkunden, die im guten Glauben handeln.
Die SNCB will mit der Maßnahme nach eigenen Angaben nicht nur die Zahl der Schwarzfahrer verringern, sondern auch ihr Personal besser vor gewalttätigen Übergriffen schützen. Laut Schätzungen der Bahn sind rund sieben Prozent der Fahrgäste ohne gültigen Fahrschein unterwegs. Dies entspricht einem wirtschaftlichen Schaden von rund 80 Millionen Euro pro Jahr.
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