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Extreme Hitze: Mehr Patienten in Krankenhäusern und strengere Auflagen für Veranstaltungen

26.06.202607:4226.06.2026 - 08:13
  • Limburg
  • Lüttich
Ein Hund spielt an einer Wasserfontäne, die in Brüssel aus dem Boden schießt, im Hintergrund läuft ein kleiner Junge durch das kühle Nass
In Brüssel suchen neben Zweibeinern auch Vierbeiner Abkühlung (Bild: Nicolas Tucat/AFP)

Belgien erlebt eine außergewöhnliche Hitzewelle. Temperaturen von bis knapp 40 Grad sorgen insbesondere in den Provinzen Lüttich und Limburg für die höchste Warnstufe. Die Folgen sind bereits spürbar: Krankenhäuser behandeln deutlich mehr Patienten, und Veranstalter öffentlicher Events müssen zusätzliche Schutzmaßnahmen ergreifen.

Für die Provinzen Lüttich und Limburg gilt derzeit die höchste Hitzewarnstufe. Die Warnstufen richten sich vor allem nach den erwarteten Außentemperaturen. Rot wird ausgerufen, wenn Temperaturen von mehr als 40 Grad möglich sind.

Mit der höchsten Warnstufe gehen konkrete Verhaltensempfehlungen einher. Die Behörden raten dazu, ausreichend zu trinken und auf eine ausreichende Salzzufuhr zu achten. Außerdem sollten körperliche Anstrengungen in der Hitze möglichst vermieden werden. Stattdessen soll man gekühlte Räume aufsuchen und direkte Sonneneinstrahlung meiden.

Mehr Notfälle wegen der Hitze

In der Notaufnahme der Uniklinik Lüttich ist die Hitzewelle deutlich zu spüren. Nach Angaben des Krankenhauses werden derzeit rund 20 Prozent mehr Patienten behandelt als gewöhnlich. Die Hitzepatienten kommen mit Kreislaufproblemen oder den Folgen einer Dehydrierung in die Klinik.

Betroffen sind dabei nicht nur ältere Menschen, sondern auch jüngere Patienten, die bei den hohen Temperaturen zu wenig getrunken haben oder sich körperlich überlastet haben.

Krankenhaus passt Abläufe an

Trotz der höheren Patientenzahlen arbeitet die Notaufnahme weiterhin ohne größere Schwierigkeiten. Dennoch mussten einige Abläufe an die außergewöhnlichen Wetterbedingungen angepasst werden.

So werden die Behandlungsräume intensiver gelüftet. Außerdem geht das medizinische Personal bei den üblichen Regeln für Patienten flexibler vor. Während normalerweise Patienten in der Notaufnahme angehalten sind, weder zu essen noch zu trinken, wird ihnen in der aktuellen Hitzesituation deutlich schneller erlaubt, Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Keine Veranstaltungsverbote - aber strengere Regeln

Angesichts der hohen Temperaturen hatte ein Arzt empfohlen, an diesem Wochenende auf Großveranstaltungen im Freien zu verzichten. Ein generelles Veranstaltungsverbot wird es jedoch nicht geben. Das stellte Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke klar.

In der Provinz Lüttich gelten stattdessen besondere Auflagen für öffentliche Veranstaltungen. Die Provinz Lüttich hat eine entsprechende Verordnung erlassen, die bis Sonntag in Kraft bleibt.

Veranstalter müssen Besucher schützen

Nach den neuen Vorgaben sind Veranstalter verpflichtet, ausreichend Trinkwasser für Besucher und Mitarbeiter bereitzustellen. Außerdem müssen sie auf die gesundheitlichen Risiken der Hitze aufmerksam machen, zusätzliche schattige Bereiche schaffen und die medizinische Betreuung vor Ort verstärken. Die Maßnahmen gelten ausschließlich für öffentliche Veranstaltungen und nicht für private Feiern.

Auch die Stadt Lüttich reagiert auf die Wetterlage: Über das Warnsystem Be-Alert sollen die Menschen, die sich in Lüttich befinden, über die Gefahren der extremen Hitze informiert und für entsprechende Vorsichtsmaßnahmen sensibilisiert werden.

Olivier Krickel

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