Briefkastenfirmen wie im Großherzogtum Luxemburg haben keine Angestellten und werden quasi exklusiv dafür genutzt, um Vermögenswerte anzulegen. Dazu gehören etwa Kapitalanlagen, Aktien, Bargeld, Immobilien oder Luxusgüter. Die Adressen der Briefkastenfirmen werden oft für hunderte, wenn nicht tausende Gesellschaften auf einmal genutzt.
Gesellschaften in Luxemburg bieten steuerliche Vorteile im Vergleich zu Gesellschaften in Belgien, insbesondere, wenn sie nur als passive Wertanlagen genutzt werden. Einkünfte aus solchen Wertanlagen in Luxemburg werden in Belgien nämlich nicht besteuert, Begünstigte müssen pro Jahr nur eine sogenannte Abonnementsteuer zahlen.
Laut den Recherchen der Zeitungen besitzen hundert der reichsten belgischen Familien Teile von oder komplette Gesellschaften in Luxemburg mit Aktiva von mindestens 91 Milliarden Euro. Das ist mehr als das jährliche Bruttoinlandsprodukt von Luxemburg. Insgesamt soll es um etwa 9.800 belgische Bürger gehen, die 11.200 Gesellschaften in Luxemburg teilweise oder ganz besitzen. Nur Franzosen und Luxemburger selbst besitzen noch mehr Gesellschaften im Großherzogtum.
Boris Schmidt