Im Prozess um das Karnevalsdrama von Strépy-Braquegnies hat das Gericht am Mittwoch das Strafmaß verkündet. Der Hauptangeklagte Paolo Falzone wurde zu 27 Jahren Haft verurteilt. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.
Der Beifahrer Antonino Falzone wurde wegen unterlassener Hilfeleistung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Hier blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die zwei Jahre Haft beantragt hatte.
Die Geschworenen hatten den 38-jährigen Paolo Falzone in der vergangenen Woche wegen siebenfachen Totschlags und versuchten Totschlags in 79 Fällen schuldig gesprochen. Die Verteidigung hatte die Geschworenen aufgefordert, nicht über 25 Jahre Gefängnisstrafe hinauszugehen.
Falzone war im März 2022 mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Gruppe von Karnevalisten gefahren und hatte dabei sieben Menschen getötet. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt.
Anwalt hält Urteil für angemessen
Die Strafe von 27 Jahren Gefängnis gegen Paolo Falzone ist angemessen. Das erklärte sein Anwalt nach dem Urteil im Prozess um die Tragödie von Strépy-Bracquegnies. Er verwies darauf, dass in vergleichbaren Fällen nur selten Strafen unter der Höchststrafe verhängt würden. Die Höchststrafe hätte bei 30 Jahren gelegen.
Die Geschworenen hatten keine mildernden Umstände erkannt. Zur Begründung nannten sie die extreme Schwere der Tat und sein menschenverachtendes Verhalten.
Zivilparteien zufrieden
Ein Anwalt der Zivilparteien, also der Opfer und Angehörigen, sagte, es sei zwar schwer, sich über eine harte Strafe zu freuen, doch seine Mandanten seien zufrieden mit dem Urteil. Ein anderer Anwalt erklärte, die Strafe werde die Verstorbenen zwar nicht zurückbringen, aber das Urteil lindere doch ein wenig den Schmerz.
Der Anwalt des Beifahrers Antonino Falzone sprach von einer Erleichterung für seinen Mandanten. Dieser müsse nicht ins Gefängnis.
Mehr zu dem Thema im Radio-Beitrag im Player:
belga/sh/vk