Belgien hat die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz noch nicht umgesetzt. Innerhalb der Föderalregierung gibt es darüber unterschiedliche Ansichten. Arbeitsminister David Clarinval (MR) erklärte im Parlament, die Umsetzung sei komplex.
Die Regierung habe deshalb zusätzliche Erläuterungen von der Europäischen Union angefordert. Die Frist für die Umsetzung lief Anfang Juni ab. Belgien gehört zu den 23 EU-Staaten, die sie verpasst haben.
Kritik kommt vor allem von der N-VA. Die flämischen Nationalisten befürchten mehr Bürokratie und Unsicherheit für Unternehmen. Lohnunterschiede müssten weiterhin aufgrund von Leistung möglich bleiben.
Die flämischen Sozialisten Vooruit unterstützen die Richtlinie dagegen. Die Partei verweist auf bestehende Unterschiede zwischen den Einkommen von Männern und Frauen.
Auch die Partei Les Engagés betonte, Belgien sei zur Umsetzung verpflichtet. Unterstützung kam zudem von den Grünen und der PTB.
belga/vk