MR-Vorsitzender Georges-Louis Bouchez hat seine Partei auf einen Wahlsieg bei den Parlamentswahlen 2029 eingeschworen. Und das trotz zuletzt schwächerer Umfragewerte.
Bei einer Veranstaltung zum 180-jährigen Bestehen der liberalen Partei zeigte sich Bouchez überzeugt, dass die Wähler jene belohnen würden, die Verantwortung übernommen hätten. Zugleich äußerte er sich versöhnlich gegenüber den Lehrkräften, die gegen Bildungsreformen protestieren. Er betonte, Lehrer verdienten Respekt, und die Tür für Gespräche stehe immer offen.
Bouchez verteidigte zudem die liberale Politik und bezeichnete den Liberalismus als eine Philosophie des Respekts, der Verantwortung und des geteilten Wohlstands. Als Gefahren nannte er ungezügelten Individualismus, religiösen Radikalismus sowie politischen Extremismus von links und rechts.
Der Vorsitzende der flämischen Liberalen Anders, Frédéric De Gucht, hat die frankophone MR unterdessen aufgefordert, eine liberale Front zu bilden. Die belgische liberale Partei war 1846 gegründet worden und gilt als die älteste Partei Europas. Die flämischen Liberalen gingen 1972 eigene Wege. De Gucht sagte, wenn man die liberalen Kräfte gegen den Populismus bündeln würde, könne man gemeinsam einen effizienteren Staat aufbauen.
Zuletzt hatte sich die Beziehung zwischen den beiden liberalen Parteien verschlechtert. Die MR ist in der Föderalregierung vertreten, Anders ist in der Opposition.
vrt/rtbf/belga/okr/est