Die irische Billigfluglinie Ryanair hat bekräftigt, dass sie wegen drohender neuer Steuern ihre Aktivitäten in Belgien reduzieren will. Das hat Ryanair-Geschäftsführer Michael O'Leary gegenüber der Presse mitgeteilt. Wenn die Föderalregierung an ihren Plänen für eine höhere Besteuerung von Flügen festhält, will Ryanair unter anderem ab der Wintersaison seine Flotte in Charleroi um fünf Flugzeuge reduzieren.
Die Pläne der Föderalregierung sehen vor, ab dem kommenden Jahr die Steuern auf Flüge mit einer Länge von mehr als 500 Kilometern zu verdoppeln. Das würde eine Erhöhung der Steuern von fünf auf dann zehn Euro bedeuten. Damit würde die föderale Flugsteuer für längere Flüge an die aktuelle Steuer für Kurzstreckenflüge angeglichen. Letztere soll allerdings auch steigen, von zehn auf dann elf Euro.
Ryanair hatte bereits in der Vergangenheit Front gemacht gegen diese Entscheidung der Föderalregierung und mit spürbaren Konsequenzen für seinen Flugbetrieb in Belgien gedroht. Die Regierung ihrerseits zeigt sich unbeeindruckt, Finanzminister Jan Jambon hat diese Woche bestätigt, dass die Pläne umgesetzt werden sollen.
Sollte Ryanair seine Drohung wahrmachen, würde das eine Reduzierung seiner Flotte in Charleroi um über ein Viertel bedeuten ab dem Winter. Das entspreche der Streichung von zwei Millionen Sitzplätzen pro Jahr, so Geschäftsführer O'Leary. Ryanair wolle global betrachtet weiter expandieren, aber so lange es bei der neuen Flugsteuer bleibe, werde man das nicht in an den Flughäfen Charleroi und Zaventem machen. Eine komplette Schließung des Stützpunkts Charleroi sei allerdings nicht vorgesehen.
Boris Schmidt