Der Prozess rund um den Verkauf des Fußballvereins RSC Anderlecht wird vorerst verschoben. Die Verteidigung des Spielerberaters Christophe Henrotay hat einen Befangenheitsantrag gegen die vorsitzende Richterin des Brüsseler Strafgerichts gestellt. Eigentlich sollte das Verfahren am Donnerstag beginnen.
Die Staatsanwaltschaft untersucht mögliche Unregelmäßigkeiten beim Verkauf des Vereins im Jahr 2017. Zu den Interessenten gehörten damals der Unternehmer Marc Coucke, Paul Gheysens sowie der usbekische Investor Alisher Usmanov.
Henrotay soll für die Vermittlung eines Käufers eine Provision von drei Millionen Euro in Aussicht gestellt worden sein. Nachdem Usmanov abgesprungen war, soll Henrotay Gheysens zu einem Angebot bewegt haben. Den Zuschlag erhielt am Ende jedoch Marc Coucke, obwohl er zunächst weniger geboten hatte. Laut Ermittlern sollen ihm dabei gefälschte Finanzunterlagen vorgelegt worden sein.
Obwohl weder Usmanov noch Gheysens den Verein übernahmen, forderte Henrotay laut Anklage dennoch seine Provision. Ein Teil des Geldes soll heimlich an frühere Vereinsmanager geflossen sein.
vrt/vk