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Fast jeder dritte Asylbewerber muss länger als zwei Jahre auf eine Entscheidung warten

27.05.202607:06
  • Föderalregierung
Flüchtlinge im Ausländeramt in Brüssel
Archivbild: Laurie Dieffembacq/Belga

30 Prozent der Menschen, die in Belgien Asyl beantragen, müssen länger als zwei Jahre auf eine entsprechende Entscheidung warten. Das melden mehrere Zeitungen unter Berufung auf Zahlen für die ersten drei Monate des Jahres. In diesem Zeitraum mussten sich Asylbewerber im Schnitt rund 17 Monate gedulden.

Genau gesagt sind es 533 Tage, die im Durchschnitt zwischen der Einreichung eines Asylantrags und einem Bescheid vergehen. Das sind fast hundert Tage mehr als 2024. Die Asylprozeduren in Belgien sind also fast ein Viertel länger geworden innerhalb nur eines Jahres.

Das bringt die zuständige N-VA-Ministerin Anneleen Van Bossuyt zunehmend unter Druck, die Opposition wirft der föderalen Ministerin für Asyl und Migration deshalb schon die "trägste Asylpolitik aller Zeiten" vor. Besonders peinlich für die Ministerin: Ab Mitte Juni sollen Asylprozeduren nur noch höchstens sechs Monate dauern dürfen. Dann tritt nämlich der europäische Migrationspakt in Kraft.

Die oppositionellen flämischen Grünen sehen die Ursache in der langsamen Bearbeitung der Asylanträge vor allem im Personalmangel bei den dafür verantwortlichen Diensten: Beim Ausländeramt, das das erste Screening der Anträge durchführt, und beim Generalkommissariat für Flüchtlinge und Staatenlose, das die endgültige Entscheidung über den Asylantrag trifft.

Die beiden weisen das aber zurück: Der Personalmangel sei abgebaut worden, das Problem sei der Rückstand an Anträgen. Anfang des Jahres habe man noch zehntausende alte Asyldossiers zu bearbeiten gehabt.

Ministerin Van Bossuyt hat in diesem Zusammenhang mitteilen lassen, dass die Regierung gezielt in die Asyldienste investiere. Das Ziel sei eben, die Asylprozeduren zu beschleunigen, die Unterbringungszeiten zu verkürzen und dadurch strukturell die Ausgaben für Asylbewerber reduzieren zu können.

Boris Schmidt

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