Am 17. Januar 1961 wurde Patrice Lumumba ermordet. Er war der erste Premierminister des gerade unabhängig gewordenen Kongos. Lumumba hatte schnell die Konfrontation mit der ehemaligen Kolonialmacht gesucht und auch Kontakte nach Moskau geknüpft. Das machte ihn in den Augen des Westens zu einem Problem.
Getötet wurde Lumumba durch seine innenpolitischen Widersacher. Es war aber immer offensichtlich, dass der 35-Jährige diesen Leuten gezielt ausgehändigt wurde, eben mit dem Ziel, ihn zu beseitigen. Der belgische Staat hat sogar logistische Hilfe geleistet.
Ein Untersuchungsausschuss hatte zehn Personen genannt, die eine Rolle in der Affäre gespielt hatten. Darunter war auch Etienne Davignon, der damals als junger Mitarbeiter in der belgischen Botschaft in Kinshasa beschäftigt war. Die Familie Lumumba verklagte Davignon, der sich letztendlich auch wegen mutmaßlicher Mittäterschaft vor dem Brüsseler Strafgericht verantworten musste. Mit seinem Tod erlischt das Verfahren de facto. Die Familie Lumumba will aber nicht aufgeben und will jetzt den belgischen Staat vor einem Zivilgericht gerichtlich belangen.
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Roger Pint