Im Prozess um das Drama von Strépy hat am Donnerstag ein Fahrzeugsachverständiger Einzelheiten seiner Untersuchung bekannt gegeben. Demzufolge hat der Wagen, mit dem der Beschuldigte Paolo Falzone in eine Menschenmenge raste, noch zweieinhalb Sekunden vor dem Aufprall beschleunigt.
Zu diesem Zeitpunkt habe die Geschwindigkeit des Wagens 174 Kilometer pro Stunde betragen, obwohl er auf einer Straße fuhr, auf der die Höchstgeschwindigkeit 50 galt. Der Sachverständige widersprach der Aussage Falzones, der behauptet hatte, stark auf die Bremse getreten zu haben.
Zuvor hatte der Anwalt von Falzone darauf hingewiesen, dass der Umzug der Fußgruppe nicht abgesichert war. Aus seiner Sicht stützt das die These eines Unfall statt einer Straftat. Mehrere Polizisten wurden dazu vom Gericht befragt. Ein Beamter bestätigte, die Gruppe habe auf eine Begleitung durch Ordner mit Warnwesten verzichtet, trotz entsprechender Vorgaben der Stadt. Seit der Tragödie würden die Organisatoren deutlich stärker auf Sicherheitsfragen achten. Diskutiert wurde auch, ob Anwohner im Vorfeld ausreichend informiert worden waren.
Sieben Menschen kamen im März 2022 ums Leben, als der Wagen in die Menschenmenge fuhr, mehr als 40 wurden verletzt. Falzone drohen bis zu 30 Jahre Haft.
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