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Bei Bpost läuft fast alles wieder wie normal

04.05.202610:1104.05.2026 - 18:45
  • Bpost
BPost-Sortierzentrum
Bild: Jonas Hamers/Belga

Nach gut einem Monat Streik gab es am Montag eine gute Nachricht vom belgischen Postdienstleister Bpost: Alle Verteilerzentren funktionieren wieder. Keins dieser Zentren und auch keine andere Niederlassung von Bpost wird mehr bestreikt. Alle Streitpunkte hat die Unternehmensleitung mit den Gewerkschaften allerdings noch nicht geregelt.

Sie sind also wieder unterwegs, die Briefträger und Päckchenverteiler von Bpost, und haben auch wieder etwas auszutragen. Bis zuletzt war vor allem die Hauptstadtregion Brüssel noch von der Blockade von Verteilerzentren betroffen. In einigen Teilen der Region wurden bis zum Wochenende immer noch keine Brief und Päckchen ausgetragen. Seit Montag sollen jetzt überall wieder Briefträger und Päckchenverteiler von Bpost auf den Straßen bei der Arbeit zu sehen sein.

Von einem Normalbetrieb könne man aber trotzdem noch nicht sprechen, schränkte Bpost-Chef Krist Peeters im Radio der RTBF ein. Dafür hätten sich zu viele Päckchen und Briefe während der Streikwochen in den Verteilerzentren aufgestaut. "Es wird sicher noch zwischen zehn und 14 Tagen dauern, bis wir alle Päckchen und Briefe ausgeliefert haben", schätzt Peeters.

Dass es aber jetzt überhaupt wieder zu einer Art Normalbetrieb bei Bpost gekommen ist, liegt an einer grundsätzlichen Einigung zwischen Unternehmensleitung und den Gewerkschaften. Die groben Linien dieser Einigung würden stehen. Jetzt gehe es nur noch um Details.

Das ließ den RTBF-Journalisten aufhorchen. Er erinnerte Peeters daran, dass in Belgien doch oft die Formel gelte: Solange nicht über alles Einigkeit herrscht, herrscht Einigkeit über nichts. Das sieht Peeters in diesem Fall anders. "Es herrscht jetzt eine andere Dynamik zwischen uns und unseren Sozialpartnern. Das ist in gewisser Weise konstruktiv, nicht immer einfach. Aber wir werden weiter schauen, wie wir einige Punkte im Detail optimalisieren können."

Einen neuen Streikausbruch sieht der Bpost-Chef demnach nicht kommen. Zeit also, den Schaden der Streikwochen so gut wie möglich zu reparieren. Bpost habe tatsächlich einige Kunden verloren, gab Peeters zu. Kunden, die ihre Pakete mittlerweile von der Konkurrenz transportieren lassen. "Jetzt müssen wir schauen, ob wir diese Kunden überzeugen können, zu Bpost zurückzukehren", sagte Peeters.

Mit Kunden meint Peeters dabei allerdings nicht unbedingt den einfachen Bürger, der auf ein Päckchen oder einen Brief gewartet hat, der von Bpost hätte zugestellt werden sollen. Um solche verärgerten, weil geschädigten Kunden wird Bpost sich - so lässt sich die Antwort von Peeters verstehen - nicht wirklich kümmern. Denn Ansprechpartner für solche Beschwerden seien die Versender der Päckchen.

"Für die meisten Kunden von Bpost", sagte Peeters, "ist das vielleicht ein bisschen seltsam. Aber sie sind keine Direktkunden bei uns. Sie sind Kunden von Amazon, Bol, Zalando und Co. Diese Unternehmen sind unsere Direktkunden. Die Bürger müssen sich mit ihren Beschwerden also an diese Unternehmen wenden, die sich ihrerseits dann wieder an uns wenden können."

Kay Wagner

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