Auf der Suche nach einer Lösung des Konflikts zwischen den Bpost-Beschäftigten und der Geschäftsführung haben die Vertreter der frankophonen Gewerkschaften am Mittwochnachmittag mit Bpost-Chef Chris Peeters gesprochen. Thierry Tasset von der CGSP gab sich anschließend bedeckt: "Die Gespräche laufen - nicht mehr und nicht weniger", sagte er.
Zuvor hatten die niederländischsprachigen Gewerkschaftsvertretern mit Peeters gesprochen, die frankophonen saßen da nicht mit am Tisch. Wie Stéphane Daussaint von der CSC mitteilte, habe man sich zuerst mit den Vermittlern austauschen wollen, die vom Föderalen Öffentlichen Dienst Beschäftigung benannt worden sind. Daussaint sagte, die Sichtweise auf den Konflikt von außen sei notwendig, um die Sache voranzubringen.
Geert Cools von der Sozialistischen Gewerkschaft nahm als einer der niederländischsprachigen Vertreter an dem Gespräch mit Bpost-Chef Chris Peeters teil. Er sei verhalten zuversichtlich, sagte Cools anschließend. Es hätten sich einige Punkte herauskristallisiert, bei denen man eine gewisse Öffnung festgestellt habe. Daran könne man anknüpfen.
Seit Ende März streikt ein Teil der Bpost-Beschäftigten. Das betrifft insbesondere die Wallonie. Sie wehren sich unter anderem gegen das Vorhaben der Direktion, die Arbeitszeiten zu ändern und von den Mitarbeitern mehr Flexibilität einzufordern. Das Unternehmen will sich künftig verstärkt auf die Paketlogistik ausrichten.
Laut einer Stellungnahme des Einzelhandelsverbands Comeos hat der Poststreik erhebliche Störungen der Lieferketten zur Folge. Comeos rief dazu auf, zumindest einen Notdienst zu gewährleisten. "Die Händler erleiden Einbußen im Umsatz, haben es mit zusätzlichen Kosten zu tun und ihr Ruf wird durch die Lage geschädigt", sagte Comeos-Sprecher Hans Cardyn.
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