Die Straßenverkehrsordnung ist eindeutig: Fußgänger, die einen Fußgängerüberweg überqueren oder kurz davor sind, das zu tun, haben Vorrang. Aber obwohl diese Regelung mittlerweile 30 Jahre gilt, wird sie noch immer nicht überall und immer respektiert. Das geht laut dem Verkehrssicherheitsinstitut Vias aus einer Studie in elf europäischen Ländern hervor, darunter Belgien.
92 Prozent der befragten Fußgänger im Land geben an, regelmäßig von nicht anhaltenden Autofahrern am Überqueren von Straßen gehindert zu werden. Dieser Wert liegt über dem europäischen Durchschnitt (89 Prozent).
Vias unterstreicht auch, dass in den letzten zehn Jahren über 14.000 Fußgänger Unfällen an Fußgängerüberwegen zum Opfer gefallen sind. Das Problem betrifft sowohl Fußgängerüberwege mit und ohne Ampeln.
Außerdem kommt es auch zu zahlreichen Unfällen mit Fußgängern in unmittelbarer Nähe von Überwegen. Mehr als jeder fünfte Unfall (22 Prozent) mit Fußgängern hat sich nach den Zahlen von Vias innerhalb von 30 Metern eines Fußgängerüberwegs ereignet.
Als mögliche Gründe nennt das Verkehrssicherheitsinstitut, dass Autofahrer vor Fußgängerüberwegen oft nicht bremsen, weil sie es möglicherweise eilig haben oder abgelenkt sind. Vias empfiehlt Fußgängern deshalb auch, übersichtliche Überwege zu nutzen, immer aufmerksam zu sein, den Verkehr im Blick zu behalten und vor dem Überqueren den Augenkontakt mit den Autofahrern zu suchen.
Boris Schmidt