Belgien verschiebt die Einführung der biometrischen Datenerfassung im neuen europäischen Grenzsystem EES. Das haben Innenminister Bernard Quintin und Asyl- und Migrationsministerin Anneleen Van Bossuyt beschlossen.
Das sogenannte Entry/Exit-System wird seit Oktober schrittweise in der EU eingeführt. Künftig sollen Nicht-EU-Bürger neben ihren Reisedaten auch Fingerabdrücke und einen Gesichtsscan abgeben.
In Belgien war geplant, die Kontrollen zunächst testweise etwa am Flughafen Zaventem einzuführen und bis Anfang April vollständig umzusetzen. Daraus wird vorerst nichts. Hintergrund sind vor allem deutlich längere Wartezeiten bei den Grenzkontrollen.
Die Minister sprechen von inakzeptablen Zuständen für Reisende und verweisen darauf, dass auch andere Länder wie Frankreich und die Niederlande die Einführung verschoben haben. Zudem seien die technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen noch nicht ausreichend.
Die bestehenden Grenzkontrollen blieben aber weiterhin streng. Belgien will nun gemeinsam mit der EU-Kommission an einem realistischen Zeitplan für die Einführung arbeiten.
belga/fk