Der Vorschlag von Gesundheitsminister Vandenbroucke zur Verschärfung der Regeln für Alkoholwerbung lag schon länger auf dem Tisch der Regierung. Bislang waren aber nicht alle Koalitionspartner auf einer Wellenlänge. Jetzt haben sie sich aber doch auf eine gemeinsame Marschrichtung einigen können.
Im Fokus stehen demnach vor allem Kinder und Jugendliche. Werbung für alkoholische Produkte in Medien, die sich an junge Menschen richten, wird verboten. Das gilt für klassische Radio- oder Fernsehspots, aber auch für digitale Medien, sofern mindestens 30 Prozent des Publikums minderjährig ist. Auch für Influencer werden neue Regeln gelten, zumindest, wenn ihr Publikum vor allem aus Kindern und Jugendlichen besteht. Auch das Verteilen von kostenlosen alkoholischen Getränken, etwa im Rahmen einer Werbeaktion, wird künftig nicht mehr erlaubt sein.
Sichtbarste Neuerung auch für Erwachsene: Der Warnhinweis, der einem Werbespot oder einer Annonce für alkoholische Getränke beigefügt sein muss, soll angeschärft werden. "Alkohol schadet der Gesundheit", heißt es künftig. Vor allem diese Maßnahme stößt auf Kritik in der Branche: Auf diese Weise werde der Konsum alkoholischer Getränke insgesamt stigmatisiert, statt den Missbrauch anzupacken, beklagte etwa der Verband der belgischen Bierbrauer.
Roger Pint