Am Mittwochvormittag besuchten König Philippe und Königin Mathilde gemeinsam mit Kronprinz Haakon das Nobel-Friedenszentrum. Im Mittelpunkt des Roundtable-Gesprächs stand der Schutz von Zivilisten in Kriegsgebieten. König Philippe betonte seine große Wertschätzung für die Arbeit des Zentrums und äußerte den Wunsch, dass Kriegsverbrecher künftig stärker zur Verantwortung gezogen werden.
Bei einem anschließenden Besuch des neuen belgischen Windturbinen-Installationsschiffs "Norse Wind" demonstrierte das Königspaar Belgien als Innovationsstandort im Bereich der Offshore-Windenergie. Der belgische Spezialist DEME hat mit der Investition in Norwegen seine Position auf dem globalen Markt weiter ausgebaut. Mit Schiffen wie der "Norse Wind" können Windturbinen mit bis zu 300 Meter Rotordurchmesser installiert werden – ein Meilenstein für die Energiewende beider Länder.
Am Nachmittag richtete sich der Fokus auf das Thema Bildung. In der Deichman-Bibliothek in Oslo – der größten Bibliothek (und einer der ältesten) Bibliothek Norwegens – nahmen König Philippe und Königin Mathilde an einem Seminar zur Leseförderung bei Kindern teil. Anlass sind die alarmierenden Ergebnisse der PISA-Studie 2022, nach der die Lesekompetenz in Belgien wie in Norwegen unter den OECD-Durchschnitt gefallen ist. Beide Länder wollen mit gemeinsam entwickelten Projekten gegenzusteuern: Norwegen etwa mit seiner "Leseluststrategie", die Schüler verpflichtet mehr Texte auf Papier zu lesen, Belgien mit dem Programm "Autoren in der Klasse".
Zum kulturellen Abschluss des Tages besuchte das Königspaar das Nationalmuseum, wo sie Werke von Edvard Munch besichtigten. Außerdem luden sie zu einem Konzert mit Künstlerinnen und Künstlern der "Queen Elisabeth Music Chapel", einer belgischen Ausbildungsstätte für junge Musiker, die auf Königin Elisabeth von Belgien zurückgeht.
Manuel Zimmermann

