Die Europäische Union und Australien haben ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das teilten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Premierminister Anthony Albanese in der australischen Hauptstadt Canberra mit. Beide stellten zudem auch eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft vor. Die Verhandlungen hatten acht Jahre gedauert.
Von der Leyen machte deutlich, dass es für die EU wichtig ist, internationale Handelsbeziehungen auszubauen und zu diversifizieren, um Risiken und Abhängigkeiten zu verringern - zumal in einer Zeit, in der die USA unter Präsident Donald Trump mit ihrer aggressiven Zollpolitik ein zunehmend schwieriger Partner sind.
Das Abkommen mit Australien folgt auch den politischen Zielen der EU, die Beziehungen im Indopazifik-Raum auszubauen und die Kooperation mit gleichgesinnten Demokratien zu stärken. Mit dem Abkommen sollen Zölle und Handelshemmnisse abgebaut werden. Industriebereiche, die besonders von dem Abkommen profitieren könnten, sind der EU-Kommission zufolge etwa Maschinenbau, Chemikalien, Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft.
Der belgische Arbeitgeberverband FEB begrüßt das neue Handelsabkommen und unterstreicht die Zuverlässigkeit Australiens als Handelspartner. In einer Zeit, in der Handelsbeziehungen immer häufiger als geopolitische Waffe eingesetzt würden und der Protektionismus zunehme, sei es sinnvoll, in Partnerschaften mit Ländern zu investieren, die unsere Werte teilen, erklärt FEB-Chef Pieter Timmermans.
Der Arbeitgeberverband sieht in dem Abkommen neue Chancen für belgische Unternehmen, die von niedrigeren Zöllen, dem besseren Zugang zu öffentlichen Aufträgen, modernen Regeln für den digitalen Handel und mehr Investitionssicherheit profitieren werden. Auch der Unternehmerverband Voka sieht "klare Chancen" in dem neuen Handelsabkommen.
Bauernverbände haben das Freihandelsabkommen hingegen deutlich kritisiert.Es handele sich um einen weiteren "Dolchstoß" für die belgischen und europäischen Landwirte, ließen der Verband junger Landwirte (FJA) sowie die Landwirtschaftsgewerkschaft Fugea verlauten.
dpa/belga/sh