Die Aussagen von Premier Bart De Wever (N-VA) zum Ukraine-Krieg sorgen unter Beobachtern für Fragen. De Wever zufolge muss die Europäische Union mit Putin über ein Ende des Ukraine-Kriegs verhandeln. "Europa ist allein nicht in der Lage, Putin in die Knie zu zwingen, weder militärisch, noch wirtschaftlich", sagte De Wever der frankophonen Wirtschaftszeitung L'Echo.
Beobachter fragen sich, wie ein solcher Friedensvertrag mit Russland dann aussehen soll. Vor allem, da Europa gar nicht mit am Verhandlungstisch sitzt. De Wever spricht auch von einer Normalisierung der Beziehungen zu Russland und möchte wieder Zugang zu günstigen russischen Rohstoffen erhalten.
Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés) hat den Äußerungen von Premierminister Bart De Wever zu Russland widersprochen. Solange Russland an seinen maximalen Forderungen festhielte und die EU nicht am Verhandlungstisch sitze, dürfe von einer Normalisierung keine Rede sein, schreibt Prévot in einer Pressemitteilung. Das sei eine Zeichen von Schwäche, die Europas Einheit untergrabe.
Gleichzeitig ist Prévot jedoch der Ansicht, dass der Dialog mit Russland geführt werden müsse. Reden bedeute aber nicht nachgeben, im Gegenteil, fügt er hinzu.
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