Wer Frieden will, muss sich auf den Krieg vorbereiten - mit diesem lateinischen Sprichwort unterstrich Premierminister Bart De Wever zur Eröffnung am Donnerstag die Relevanz des Events. Es ist eine Premiere: Zum ersten Mal richtet Belgien eine Verteidigungsmesse dieser Größenordnung in Eigenregie aus.
Dass das Timing kein Zufall ist, zeigt die Gästeliste. Von Nato-Generalsekretär Mark Rutte bis hin zu Spitzenvertretern der EU-Kommission und internationalen Militärdelegationen ist alles vertreten, was in der Branche Rang und Namen hat.
Ein politisches Comeback mit Ansage
Nato-Chef Mark Rutte fand bei seinem Besuch deutliche Worte des Lobes für die Gastgeber. Er sprach von einem "Comeback" Belgiens, das nach Jahren der Zurückhaltung nun wieder Führung in der europäischen Verteidigungspolitik übernehme. Unter Verteidigungsminister Theo Francken habe das Land seine Investitionen deutlich gesteigert und positioniere sich nun als strategischer Marktplatz für Sicherheitstechnologie.
Für Oliver Paasch, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft, ist die Messe vor allem ein wichtiges politisches Signal der Geschlossenheit: "Wir wissen um die Bedeutung der Verteidigungsfähigkeit und die geopolitischen Krisen. In diesen Zeiten ist es notwendig, zusammenzuhalten", so Paasch.
Ostbelgische Expertise im Rampenlicht
Vom rasanten Wachstum der Branche sollen auch Unternehmen aus Ostbelgien profitieren. Für Firmen wie Mockel, die bereits seit rund 50 Jahren den Waffenhersteller FN Herstal beliefern, ist die Präsenz in Brüssel Pflicht. "Wir zeigen hier Know-how aus Ostbelgien, das direkt in die Wehrtechnik einfließt", erklärt Mit-Geschäftsführer Manuel Reuter.
Andere nutzen die Messe als Sprungbrett in ein neues Geschäftsfeld. Die Firma Magotteaux aus Vaux-sous-Chèvremont, eigentlich Spezialist für Zerkleinerungsanlagen im Bergbau und Recycling, lotet in Brüssel erstmals ihre Chancen im Militärsektor aus. "Wir wollen hier Fuß fassen und sehen, welche Möglichkeiten bestehen", sagt Vertriebsmitarbeiter Oswald Velz.
Weltmarktführer mit Heimatbezug
Ein besonderes Beispiel für den Erfolg im Sektor ist die Firma THEON International. Obwohl das Unternehmen seinen Stammsitz in Griechenland hat, ist der stellvertretende Geschäftsführer Philippe Mennicken ein Ostbelgier.
"THEON ist Weltmarktführer bei Nachtsichtbrillen und beliefert unter anderem die belgische Armee und die deutsche Bundeswehr", so Mennicken. Das Unternehmen wächst so stark, dass es jüngst eine neue Produktionsstätte in Zaventem eröffnet hat.
Manuel Zimmermann





