Saudi-Arabien ist unlängst an die Föderalregierung mit der Bitte herangetreten, dem Land mit Anti-Drohnen-Kapazitäten auszuhelfen. Dies, um Angriffe aus dem Iran abzuwehren, weil das Teheraner Regime ja im Moment mehrere Golfanrainerstaaten regelmäßig unter Beschuss nimmt. Und geht es nach Premier Bart De Wever, dann muss man über diese Anfrage mindestens diskutieren können, sofern es tatsächlich um Defensivwaffen gehe, die zum Schutz der Zivilbevölkerung dienen sollen.
Da hatte De Wever allerdings offensichtlich nicht mit den Koalitionspartnern gerechnet. "Saudi-Arabien braucht unserer Ansicht nach keine Militärhilfe", sagte etwa CD&V-Chef Sammy Mahdi in der VRT. "Wir müssen in erster Linie für uns selbst sorgen." "Wir sollten uns nicht in diesen Konflikt hineinziehen lassen, um alles nicht noch schlimmer zu machen", sagte auch der Vooruit-Vorsitzende Conner Rousseau.
Hier droht also ein handfester Koalitionsstreit. Dies erst recht, weil im Herbst eine belgische Wirtschaftsmission nach Saudi-Arabien reisen soll. Politische Beobachter vermuten, dass Riad womöglich Belgien vor diesem Hintergrund auch nur "testen" will.
Roger Pint