Schon der Staatsrat hatte die Rentenreformpläne der Regierung als nachteilig für Frauen kritisiert. Und wirklich aus der Welt geschafft hat die Regierung diese Bedenken wohl nicht.
Denn weiter bleibt es dabei: Für Menschen, die in Teilzeit arbeiten, was bei Frauen häufiger der Fall ist als bei Männern, ist das neue Malus-System der Rentenreform nachteilig. Um ein volles Arbeitsjahr angerechnet zu bekommen, müssen pro Jahr künftig 156 Tage gearbeitet werden. Bislang sind es nur 104 Tage.
Pensionsminister Jan Jambon sieht das auch als Anreiz für Frauen, mehr zu arbeiten, dadurch mehr zu verdienen und die Gehaltskluft zu Männern dadurch zu schließen. Gerade über diese Äußerung regen sich viele Frauen auf.
Jambon dagegen verteidigt die Maßnahme. "Wenn man die Kosten für das Rentensystem unter Kontrolle bekommen möchte, dann kann man nicht höhere Renten für weniger Arbeit bezahlen. Irgendwoher muss das Geld doch kommen."
Kay Wagner