Im Innenausschuss der Kammer starten am Freitag die Anhörungen zum gescheiterten Digitalisierungsprojekt i-Police. Zum Beginn wird das französische IT-Unternehmen Sopra Steria aussagen, das mit der Ausführung des Projektes beauftragt worden war.
Der belgische Staat hatte 2021 den Auftrag an Sopra Steria vergeben. Das Auftragsvolumen betrug 300 Millionen Euro. Weil keine Ergebnisse zu erkennen waren, hatte Innenminister Bernard Quintin das Projekt im Dezember gestoppt. Bis dahin waren bereits 76 Millionen Euro gezahlt worden. Kurz darauf nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf, unter anderem wegen des Verdachts auf Vorteilsnahme und Verschwendung von Steuergeldern. Zuletzt wurde die Zentrale der Föderalen Polizei in Brüssel durchsucht.
Das Parlament fordert eine lückenlose Aufklärung der Angelegenheit. Die Opposition hält es für unwahrscheinlich, dass die Anhörungen die ganze Wahrheit ans Licht bringen können.
belga/sh