Vorsicht ja, aber bitte keine Panik - diese Botschaft versuchte Flanderns Ministerpräsident Matthias Diependaele am Freitagmittag im VRT-Fernsehen zu verbreiten.
Die Finger vom Spielsand lassen - das ist auch die Kernbotschaft der flämischen Agentur für Kinder und Jugendliche (Opgroeien). Da man noch nicht genau wisse, welche Sorten von Spielsand eventuell mit Asbest verseucht sein könnten, sollten alle Arten jetzt erst einmal gemieden werden - sowohl Knetsand als auch die körnige Variante.
Von Sandspielplätzen draußen solle man sich fernhalten. Indoor-Spielsand solle man in zwei Plastiksäcke packen und weglegen. Auf keinen Fall mit einem Staubsauger aufsaugen, sondern mit einem nassen Tuch aufnehmen.
Der föderale Verbraucherschutzminister Rob Beenders hatte am Donnerstagabend vor Spielsand gewarnt. In den Niederlanden war zuvor bei einem Test bei sechs unterschiedlichen Spielsand-Produkten Asbest festgestellt worden.
Wie gefährlich ist Asbest im Spielsand?
Toxikologe und Asbestexperte Benoit Nemery De Bellevaux von der KU Löwen beruhigt: Entscheidend für das Gesundheitsrisiko seien Menge und Dauer der Belastung. Bei Spielsand gehe man von sehr niedrigen Konzentrationen aus - entsprechend gering sei das Risiko. Panik sei nicht angebracht. Das Verschlucken von Sand gilt als unproblematisch. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Asbest im Magen-Darm-Trakt Krebs verursacht.
Nichtsdestotrotz hat Asbest in Kinderprodukten grundsätzlich nichts verloren. Belgien ist laut Minister Beenders das erste Land, das in diesem Umfang vorsorgliche Maßnahmen ergreift. Ziel ist es, jedes noch so kleine Risiko auszuschließen.
Aktuell laufen weitere Proben und Untersuchungen, ein Krisenstab koordiniert das Vorgehen. Die Ergebnisse sollen so schnell wie möglich veröffentlicht werden.
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kwa/dog