Bei der SNCB kann von einem "Sozialen Dialog" im Moment keine Rede mehr sein, der Gesprächsfaden ist gerissen. Im Moment läuft ein fünftägiger Streik bei der Nationalen Eisenbahngesellschaft. Die Gewerkschaften wollen damit gegen die Sparmaßnahmen und auch gegen die diversen Reformvorhaben der Föderalregierung protestieren. Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke will auch der Verbeamtung des Personals ein Ende setzen.
Die Arbeitnehmervertretungen hatten für die kommende Woche eine neue Streikankündigung hinterlegt: für den 5. Februar, und dann auch gleich noch für den 10. und 12. Februar. An diesen Tagen finden Nationale Protestaktionen statt, und die Gewerkschaften wollten ihren Mitgliedern die Möglichkeit geben, daran teilzunehmen.
Die Personalabteilung hat diese Streikankündigung allerdings für unzulässig erklärt. Empörte Reaktion der Gewerkschaften, die hier einen Angriff auf das Streikrecht sehen. Sie sprechen von einem "Vertrauensbruch" und haben ein Eilverfahren vor dem Staatsrat angestrengt. Die Direktion ruft die Arbeitnehmervertretungen derweil auf, die Streiks zu beenden und wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Roger Pint