Die Föderalregierung hat noch verschiedene Verträge laufen mit der französischen Firma Sopra Steria, die den Auftrag für das I-Police-Projekt erhalten hatte. Insgesamt geht es um sechs Verträge mit unterschiedlichen Diensten und einem Gesamtvolumen von 250 Millionen Euro. Das hat der Groen-Kammerabgeordnete Matti Vandemaele kritisiert.
I-Police war der Name des Großprojektes zur Digitalisierung der Polizei, das im Dezember eingestellt wurde. Im Zusammenhang mit dem Projekt ermittelt die Brüsseler Staatsanwaltschaft inzwischen wegen des Verdachts auf Vorteilsnahme und Unterschlagung. Die Rede ist auch von Interessenskonflikten und Verschwendung von Steuergeldern in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro. Sopra Steria hat den belgischen Behörden volle Kooperation bei den Ermittlungen zugesagt.
Die föderale Ministerin für Digitales, Vanessa Matz (Les Engagés), hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie habe im Fall Sopra Steria zu wenig Maßnahmen ergriffen oder nicht für ausreichende Transparenz gesorgt. Sie habe die zuständige Verwaltung gebeten, diese Verträge sorgfältig zu prüfen.
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