Ob auf Deutsch, Französisch oder Niederländisch, bei BMW, Peugeot, Hyundai, MG oder der Volkswagengruppe - überall das gleiche Fazit: Der Autosalon 2026 war für die Autohersteller ein voller Erfolg. Warum?
"Ich denke, weil es viele neue Modelle gibt, die Technologie ist da, man spricht sehr viel über Elektroautos und viele Leute möchten dann gerne wissen, wie sich das alles entwickelt", sagt Jean-Marc Ponteville, Sprecher von d’Ieteren, der Importeur von allen Autos der Volkswagengruppe. Und er ergänzt: "Es ist auch so, dass der Wagenpark älter und älter wird. Er ist jetzt zehneinhalb Jahre alt, und ich denke, mehr und mehr Leute denken, dass es Zeit ist, um ein neues Auto zu kaufen."
"Die Motorräder sind wieder gekommen. Und das hat viele Leute nach Brüssel gezogen", fügt Bart Hendrickx vom chinesischen Autohersteller MG noch eine weitere Überlegung hinzu, warum das Besucherinteresse dieses Jahr vielleicht so außerordentlich groß gewesen ist.
67 Automarken, so viele wie nie zuvor, präsentierten dieses Jahr ihre neusten Modelle den Besuchern. Viele dieser Modelle waren zwar, wie zu erwarten, E-Autos. Aber dass die E-Autos den Salon unangefochten beherrschen würden, war nicht der Fall.
"Wir haben noch Benzin-Autos, wir haben Hybrid-Autos. Wir haben elektrische Autos, wir haben ein Projekt mit Wasserstoff. Und wir haben sogar noch zwei Dieselautos auf unserem Stand", sagt Jeroen Lissens zum Angebot bei BMW.
Dieses breite Angebot sei auch genau das, was die Kunden sich wünschten. MG zum Beispiel begründet seinen Platz als Nummer eins der chinesischen Hersteller in Belgien damit, dass die Marke eben nicht - wie andere chinesische Marken - voll auf E-Autos setzt, sondern 70 Prozent der Flotte Hybrid-Fahrzeuge sind. Privatkunden würden das schätzen.
Was Jean-Marc Ponteville ähnlich auch für die VW-Gruppe beobachtet: "Flottenbetreiber sind an Elektroautos interessiert. Das bleibt eindeutig das Auto der Zukunft für diese Kunden. Privatkunden bleiben bei Benzinern. Das ist jetzt ein deutlicher Trend. Es ist jetzt nicht mehr die Frage zwischen Diesel, Erdgas, Benzin oder Hybrid. Es ist Benziner für Privatkunden und Elektro für Flottenbetreiber."
Ein bisschen differenzierter sieht das Hyundai-Sprecher Kristof Winckelmans. Auch er teilt zwar die Einschätzung, dass E-Autos von Privatkunden nicht wirklich angenommen werden. Allerdings sieht er zumindest bei seiner Marke den Trend, dass Voll-Hybrid-Fahrzeuge, die man nicht an einer Steckdose aufladen muss, zurzeit am stärksten von Privatkunden nachgefragt werden.
Auf jeden Fall scheint der komplette Siegeszug der Elektroautos zurzeit noch von den Privatkunden ausgebremst. Eine Entwicklung, die einige Hersteller durchaus begrüßen, wie Jeroen Lissens für BMW: "Ich bin stolz darauf, dass wir als BMW-Gruppe da immer konsistent gewesen sind und nie gesagt haben, ab 2030 zum Beispiel gibt es bei uns nur noch Elektroautos. Wir glauben nicht daran, dass ein Verbot einer bestimmten Technologie die gute Lösung ist."
Bart Hendrickx für MG schließt sich dem an: "Für jeden Privatkunden soll es eine sichere Technologie geben, die für diesen Kunden interessant ist. Das kann elektrisch, aber auch Diesel sein. Wir glauben, dass alle Möglichkeiten offen bleiben müssen und die Kunden müssen wählen können, welche Technologie für sie die beste ist."
Kay Wagner





