Hunderte französische Ärzte wollen in Brüssel gegen die Gesundheitspolitik ihrer Regierung demonstrieren. Wie die VRT berichtet, sind sie Sonntag per Bus aus Paris in Richtung belgische Hauptstadt aufgebrochen.
Die Ärzte wollen sich in Belgien in ein symbolisches dreitägiges "Exil" begeben, um so ihren Unmut über Reformen im französischen Gesundheitssystem auszudrücken.
Die Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu hat eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, die vielen französischen Ärzten sauer aufstoßen. Besonders kontrovers sind dabei strengere Kontrollen bei Krankschreibungen sowie eine Neuregelung der Tarife für Ärzte.
Um dagegen zu protestieren, hatten die Ärzte dazu aufgerufen, vom 5. bis zum 15. Januar die Arbeit niederzulegen. Am Samstag waren außerdem tausende Ärzte in Paris gegen die Reformen auf die Straße gegangen. Dieser Protest soll nun in Brüssel im "Exil" fortgesetzt werden. Die Ärzte wollen in Brüssel gemeinsam Forderungen an ihre Regierung formulieren.
Die Organisatoren erwarten, dass dazu bis zu 1.500 französische Ärzte in die belgische Hauptstadt kommen werden. Ursprünglich hätten sich fast 2.000 Teilnehmer angemeldet, so die Organisatoren weiter, aber Hunderte Ärzte seien von der französischen Regierung zum Dienst zwangsverpflichtet worden.
Boris Schmidt