Die gemeinnützige Organisation Oscare, die Menschen mit Verbrennungen und Narben durch Brandwunden unterstützt, hat eine Spendenkampagne für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana gestartet.
Sieben Verletzte werden derzeit in belgischen Spezialkliniken für Patienten mit schweren Verbrennungen behandelt. Seit dem Spendenaufruf vor zwei Tagen kamen bereits 50.000 Euro zusammen. Bei dem verheerenden Brand mit 40 Todesopfern waren 40 Menschen getötet und 116 zum Teil schwer verletzt worden.
Bei den Patienten handelt es sich überwiegend um sehr junge Menschen. Ihnen stehen monatelange Behandlungen bevor. In dieser Zeit werden auch ihre Eltern und Familienangehörige nach Belgien kommen. Oscare möchte die gesammelten Spenden nutzen, um die betroffenen Familien in allen praktischen Belangen während ihres Aufenthalts in Belgien zu unterstützen.
Jahrelang keine Brandschutzkontrollen
In der betroffenen Bar waren zwischen 2020 und 2025 keine Brandschutzkontrollen durchgeführt worden. Das hat der Präsident des Gemeinderats, Nicolas Feraud, mitgeteilt. 2025 sei lediglich ein Akustikgutachten ohne Beanstandung durchgeführt worden. Bei früheren Kontrollen sei das Dämmmaterial an der Decke nie Thema gewesen.
Dem französischen Ehepaar, dem die Bar gehört, warf er Fahrlässigkeit vor. Es habe eine "Kultur der Rücksichtslosigkeit gegenüber Risiken" geherrscht.
Als Sofortmaßnahme hat die Gemeinde beschlossen, die Verwendung von sämtlichen pyrotechnischen Gegenständen in geschlossenen Räumen zu verbieten. Dem Betreiberpaar sei nun die Betriebsbewilligung für ein zweites Restaurant in Crans-Montana entzogen worden.
Das Inferno in einer Bar wurde nach bisherigen Ermittlungen durch eine funkensprühende Partyfontäne ausgelöst. Sie setzte den Erkenntnissen zufolge Schaumstoff an der Decke in Brand.
belga/vrt/sh