AKW-Nachbarn in Belgien erhalten Jodtabletten

In Belgien startet heute eine Informationskampagne zu möglichen Nuklearkatastrophen. Wer im Umkreis von 20 Kilometern um eine belgische Kernzentrale wohnt, erhält in diesen Tagen eine Informationsbroschüre und Jodtabletten.

Das Kernkraftwerk in Tihange

Kernkraftwerk in Tihange

Rund 2,4 Millionen Menschen erhalten die Broschüre über das Verhalten in einem Notfall. Zugleich können sie sich bei ihrem Apotheker gratis Jodtabletten besorgen. Dass die Kampagne nur wenige Tage nach dem Atomnotfall in Japan startet, ist nach Angaben von Innenministerin Turtelboom purer Zufall.

Bei der Pressevorstellung sagte Innenministerin Turtelboom, dass es in Belgien nicht den geringsten Grund gebe, sich wegen der in Fukushima entwichenen Radioaktivität Sorgen zu machen.

Dennoch will Belgien (mit sieben Atomreaktoren) auf einen eventuellen Ernstfall vorbereitet sein, auch wenn das Tsunami-Risiko hierzulande gegen Null tendiert.

Deshalb wird den Menschen, die in der Nähe eines Atomkraftwerkes wohnen, eine Broschüre zugestellt, die ihnen sagt, wie sie sich bei einem nukleraen Notfall zu verhalten haben. Zugleich können sie sich bei ihrem Apotheker bis Mitte April neue Jodtabletten gratis besorgen, die die im Jahre 2002 verteilten ersetzen sollen.

Die Jodtabletten sind bei einem Nuklearunfall einzunehmen, sofern dazu die behördliche Anweisung erteilt wird. Dadurch füllt sich die Schilddrüse mit natürlichem Jod, sodass das radioaktive Jod, das bei einem Atomunfall massiv freigesetzt wird, nicht mehr von der Schilddrüse aufgenommen werden kann.

vrt/okr/km - Archivbild belga

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6 Kommentare
  1. Lukas P.M. Hodiamont

    Diese Maßnahme finde ich einfach lächerlich.
    Bisher habe ich mir keine Sorgen gemacht weil ich einfach annehme, das die Betreiber und staatliche Stellen verantwortlich handeln.
    Dazu passt diese Maßnahme aber jetzt gar nicht. Wenn so etwas nötig ist dann auch bitte die AKW abschalten!

    In der Vergangenheit gab es ja schon viele „Zwischenfälle“ die entsprechend aufgebauscht wurden (Arbeiter klemmt sich den Finger in der Türe, und schon gab es einen „Zwischfall im AKW“).

    Ich hoffe nur, das nach der Verteilung der Jodtabletten endlich das Frühwarnsystem für Erdbeben und Tsunamis in Belgien ausgebaut wird, ich schlafe jetzt schon immer unter dem Küchentisch.

  2. Michael Hilgers

    Das klingt ja sehr beruhigend !!!

  3. Klaus Reuter

    Wieder mal eine typisch belgische Lösung um an ein solches Problem heranzugehen. Einfach lächerlich…

  4. Nelles Jean-Pierre

    Total lächerlich…..

    @ Lukas

    Wie kann man sich sicher fühlen bei Atomkraftwerken, die dort gebaut werden wo die Erdplatten sich am meisten bewegen???

    Der Mensch wird seinen Übermut und diesen Wachstumszwang noch bereuen!

    Es wird nicht anders sein wie in Tschernobyl. Die Wolke ist unterwegs!

  5. irene HERZOG WINDHAUSEN

    Haben Sie den Kommentar zu JAPAN von N. Zarkozy gehoert?

    (Alle Atomkraftwerke , ja, damals, wurden an den Grenzregionen von der „Grande Nation “ installiert.)

    Der jetzige Praesident von Frankreich sagte dazu: Bei uns ist alles im sicheren Bereich!
    Das ist eine Frechheit!

    Mitleid allen Opfern dort!!!

  6. Edwin Kreitz

    Die Natur meldet sich zu Wort und sendet uns deutliche Signale, dass wir was ändern müssen.

    Zu hoffen bleibt das die Katastrophe wenigstens für einen definitiven Wechsel sorgt

    Jodtabletten oder irgendwelche neue Sicherheitsstandard bringen garnichts.

    Abschalten und endlich auf 100% erneuerbare Energie setzen!

    Das kostet nicht wirklich mehr, es schafft mehr Arbeitsplätze als diese
    Monopolstrukturen von AKWs und es schont Mensch und Natur.

    Jeder Politiker der dass anders sieht sollte zurücktreten, denn er gefährdet
    das Leben seiner Bürger, weil es immer ein Restrisiko geben wird.

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