Wein aus der Dose auch in Belgien im Trend

Als Paris Hilton 2008 ihren Namen auf einen Prosecco in der Dose setzen ließ, waren die italienischen Winzer entsetzt. Das sei eine Beleidigung für ihr Produkt, hieß es damals. Und auch die breite Öffentlichkeit schien noch nicht bereit oder überzeugt zu sein. Doch inzwischen sind Weine in Dosen immer häufiger in Supermärkten zu finden.

Wein aus der Dose (Bild: © Steheap/YAYMicro/Panthermedia)

Wein aus der Dose (Bild: © Steheap/YAYMicro/Panthermedia)

Wein aus der Blechbüchse zu trinken, das klingt für manche wie Fluchen in der Kirche. Dennoch steigt der Absatz rapide an. Denn nach Wein in Flaschen mit Schraubverschluss oder aus der Bag-in-Box scheint ein frischer Weißwein aus der Dose auch nicht mehr so eine große Sache zu sein.

Das ist auch die Meinung von drei von vier Franzosen, die an einer Umfrage eines Weinherstellers teilgenommen haben. Die Hälfte der Befragten findet eine Dose Wein auch „praktisch beim Picknick, am Strand oder bei großen Veranstaltungen“. Vor allem bei den Jüngeren gibt es weniger Berührungsängste, als bei den Verbrauchern die sich jahrzehntelang an Wein aus Flaschen gewöhnt haben.

Keine Konkurrenz zum Flaschenwein

Wein in Dosen gibt es in den angelsächsischen Ländern schon länger. Doch inzwischen findet man sie auch in europäischen und belgischen Supermärkten. Laut der Zeitung Het Nieuwsblad gibt es etwa zehn kleine belgische Anbieter.

„Es ist nicht unser Ziel, mit Flaschenwein zu konkurrieren“, sagt dazu Margaux Bouckaert, Geschäftsführerin von The French Kiss Club, das seinen Marktanteil im vergangenen Jahr verdoppeln konnte. „Es ist einfach eine andere Art, Wein zu trinken. Ein Rosé oder Weißwein am Pool oder am Strand. Darauf zielen wir ab.“

Was den Geschmack angeht, hält sogar Sommelier Gianluca Di Taranto die Skeptiker für zu konservativ. Was das Dosenbier angeht, sei man anfangs auch zurückhaltend gewesen. Aber jetzt sehe man, dass die hochwertigsten Biere auch in Dosen aufbewahrt werden.

Di Taranto betont jedoch, dass nicht jeder Wein aus der Dose köstlich ist. „Besonders frische, durstlöschende Weine eignen sich gut für die Dose“, sagt er. Dazu zählen natürlich Rosé oder Weißwein aber auch fruchtige Rotweine.

Verpackung hat keinen Einfluss auf den Geschmack

Der Weindozent Stijn Verleyen sieht noch großes Wachstumspotenzial für Dosenweine. Wein ist bei jungen Leuten eigentlich nicht so beliebt. Mit hippen Dosen, könne es leichter sein, sie an Wein heranzuführen. „Die Verpackung habe keinen Einfluss auf den Geschmack. Dafür aber den Vorteil, dass sie leichter sind als Glasflaschen. Das macht den Transport nachhaltiger, so Verleyen.

In einem bleibt die Flasche für Verleyen allerdings erste Wahl: „Wein wird immer noch am besten in einer dunklen Glasflasche gelagert.“

nieuwsblad/mz

5 Kommentare
  1. Frank Mandel

    Wein aus der Dose = non!
    Geht gar nicht…😂

  2. Maria van Straelen

    Wenn dann bitte die leeren Dosen nicht auch noch achtlos ueberall im oeffentlichen Raum weggeworfen werden, wie all die anderen Dosen schon UND wenn diese dann nicht auch noch zusaetzlich im Restmuell landen, solls mir gleich sein!

  3. Manz Hannelore

    Es ist nicht zu glauben was manche sich einfallen lassen um Geld zu verdienen.Ein gutes Glas Wein in Gesellschaft oder zum Essen,sehr schön, aber diese Dosen zielen darauf hin jeden zu erreichen, möglichst immer Alkohol verfügbar zu haben.egal wo und wann. Ich war der Meinung wir sollten dafür sorgen dass weniger Alkohol getrunken wird,das ist genau das Gegenteil und niemand stört sich daran, hauptsache irgendjemand verdient sich wieder glücklich dran.

  4. Guido Scholzen

    Warum solche Aufregung?
    Im Weinland Frankreich ist es sei Jahr und Tag total normal, dass es Wein im Tetrapak gibt, so wie der Traubensaft und andere Getränke.
    Und die meisten Weinflaschen werden im Glasmüll entsorgt, aber nicht in einem Recycling-System. Ist da die Blechbüchse kein energiesparenderes System?
    Man sollte es der Kundschaft überlassen, was ankommt und was nicht.

  5. Maria van Straelen

    Herr Guido Scholzen,
    ich finde selten bis nie Weinflaschen aus Glas am Wegesrand rumliegen, wohl aber MASSENWEISE UND ÜBERALL BIS IN DEN WALD Dosen verschiedenster Limonaden und Biere. Auch mal gerne von den ach so sportlichen Fahradfahrern, direkt in Vorgärten entsorgt, dann stolpert der nächste Fahrradfahrer da nicht drüber.
    Wo bitte ist eine weggeworfene Blechdose ein energiesparendes System ?