Seit April weniger belgische Waffenlieferungen an die Ukraine

Belgien hat seit April deutlich weniger militärisches Material an die Ukraine geliefert als in der ersten Phase des russischen Angriffskrieges. Das berichtet die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf ihr zugespielte Informationen.

Ukrainischer Soldat in Tschuhujiw in der Region Charkiw im Osten der Ukraine

Ukrainischer Soldat in Tschuhujiw in der Region Charkiw im Osten der Ukraine (Archivbild: Sergey Bobok/AFP)

Insgesamt soll die belgische Militärhilfe für das überfallene Land bislang einen Wert von 34 Millionen Euro gehabt haben. Die Lieferungen der letzten zwei Monate schlagen dabei aber mit nur etwa vier Millionen Euro zu Buche, der Rest entfällt auf die beiden ersten Monate des Krieges.

Zu Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine habe die belgische Landesverteidigung auf ihre Vorräte an Material zurückgreifen können, heißt es. Dennoch habe sie eine strategische Reserve für den Eigenbedarf zurückhalten müssen. Neben vorhandenem Material sei auch weitere Ausrüstung bei belgischen Rüstungsbetrieben im Wert von zwölf Millionen Euro gekauft worden.

Die aktuelle Situation der belgischen Waffenlieferungen sei besorgniserregend, kritisierte am Mittwoch vor dem zuständigen Kammerausschuss Georges Dallemagne von Les Engagés. Gerade jetzt, da sich die Ukraine im Osten des Landes in einer äußerst schwierigen Lage befinde und eine erschreckend hohe Anzahl von Verlusten erleide, müsse Belgien seinen Worten der Unterstützung auch Taten folgen lassen. Die Ukraine brauche moderne, schwere und präzise Waffen. Auch der Verteidigungsspezialist der N-VA, Theo Francken, machte im Kammerausschuss deutlich, dass die Ukraine absolut und dringend mehr Unterstützung brauche.

Angesichts der Lieferschwierigkeiten, vor denen auch Belgien stehe, liefere man, was man könne, so die Antwort von Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder von der PS. Und man untersuche, welche Hilfe auch anderweitig möglich sein könne.

Boris Schmidt

3 Kommentare
  1. Jürgen Margraff

    Da ist nix mehr was sie geben könnten – also müssten sie € lockermachen, aber bei der angestrengten Haushaltlage ist das illusorisch, vielleicht hat die NATO ja ein Einseh’n und erlaubt uns die 2% vom BSP erst am Sankt Nimmerleinstag zu erreichen und zwischenzeitlich eben die Ukraine finanziell zu unterstützen…

  2. Marcel Scholzen eimerscheid

    Typisch Politik. Viel Versprechen, wenig machen. Aber Hauptsache, die Show stimmt.

  3. Andre Schmidt

    @Marcel Scholzen: Hier kann man Belgien nichts vorwerfen. Belgien hat alles geschickt, was sie versprochen hatten. Luxemburg, Frankreich, Italien, Polen,… auch.
    Auf andere Länder trifft das wohl zu, z.B. Deutschland lieferte 35 % der versprochenen Waffen, die USA 48 %,…