Jean-Luc Crucke verzichtet auf Kandidatur für Verfassungsgerichtshof

Der wallonische MR-Abgeordnete Jean-Luc Crucke wird doch nicht für den Verfassungsgerichtshof kandidieren. Der damalige Haushaltsminister der wallonischen Regionalregierung hatte bei seinem Rücktritt im Januar ja eigentlich angekündigt, sich dort für die frankophonen Liberalen um einen Richterposten bewerben zu wollen.

Jean-Luc Crucke (ArchivbBild: Thierry Roge/Belga)

Jean-Luc Crucke (Archivbild: Thierry Roge/Belga)

Darauf verzichtet er jetzt aber doch zugunsten anderer Projekte, wie er gegenüber der Zeitung La Libre Belgique mitteilte. Er wolle aber politisch noch nicht in Rente gehen, unterstrich Crucke. So wolle er gemeinsam mit anderen politischen Persönlichkeiten des demokratischen Spektrums eine Gruppierung ins Leben rufen, die sich mit der Klima-Frage befasse. Der Kampf gegen die Erderwärmung, der Schutz der Biodiversität und auch der sozialen Würde müssten zu den Prioritäten der Politik gehören, erklärte der MR-Abgeordnete.

Als Vorbereitung der Gründung einer neuen politischen Partei will Crucke sein Projekt aber nicht verstanden wissen. Vielmehr gehe es darum, die existierenden demokratischen und progressiven Kräfte zusammenzubringen. Voraussetzung dafür sei aber ein Ende der aktuellen erbitterten und schädlichen Grabenkriege in der belgischen Politik.

Auf die Frage, ob Crucke auf einen möglichen Posten am Verfassungsgerichtshof verzichte, um frei zu sein, um den jetzigen MR-Vorsitzenden Georges-Louis Bouchez nach Ende von dessen Mandat 2023 beerben zu können, äußerte sich Crucke jedoch ausweichend. Im aktuellen Stadium sei er kein offizieller Kandidat um die Präsidentschaft der MR. Aber man dürfe auch nichts absolut ausschließen. Nichts sei unmöglich, so Crucke.

Boris Schmidt