Belgische Atomkraft stark abhängig von russischem Uran

Neben Öl und Gas bezieht Belgien auch Uranium aus Russland. 20 Prozent des Uraniums für die belgischen Reaktoren stammen direkt von dort. Weitere 20 Prozent werden von Filialen der russischen Rosatom in Kasachstan geliefert. Das berichtet die Zeitung Le Soir unter Berufung auf Zahlen, die Energieministerin Tinne Van der Straeten vorgelegt hat.

Tihange

Kernkraftwerk Tihange (Archivbild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Viel ist im Moment die Rede von der Abhängigkeit Europas von fossilen Brennstoffen aus Russland. Gas, Öl, Kohle – das ist aber nicht alles. Belgien bezieht auch Teile seines Uranbedarfs aus Russland beziehungsweise dessen Satellitenstaaten. 20 Prozent des in belgischen Atomkraftwerken genutzten Urans kommt direkt aus Russland, nochmal knapp 20 Prozent stammen aus Kasachstan.

Gerade in diesen Tagen erwartet das Unternehmen Synatom eine neue Uran-Lieferung der russischen Agentur für Atomenergie Rosatom. Synatom kümmert sich um die Belieferung der AKW Doel und Tihange mit Kernbrennstoffen.

Das sei aber die vorläufig letzte Lieferung, sagt die föderale Energieministerin Tinne Van der Straeten in der Zeitung Le Soir. Der Vertrag zwischen Synatom und Rosatom sei ausgelaufen.

Die beiden belgischen AKW mit ihren insgesamt sieben Reaktoren verbrauchen pro Jahr 1.000 Tonnen Uran. Eigentlich sind bis 2025 keine weiteren Lieferungen mehr nötig. Sollte man sich aber auf eine Laufzeitverlängerung für zwei Kernreaktoren einigen, dann würde sich die Frage nach der Herkunft des Kernbrennstoffes wohl wieder stellen.

belga/sh/rop