Sturmtief Eunice fegt über Belgien

Sturmtief Eunice gilt nun offiziell als schwerer Sturm. An der Küste wurde am Freitagnachmittag eine Windstärke von elf gemessen. Das ist die zweithöchste Stufe auf der Beaufortskala.

Sturm in Ostende (Bild: Kurt Desplenter/Belga)

Sturm in Ostende (Bild: Kurt Desplenter/Belga)

Spitzenwert waren 134 Stundenkilometer in Jabbeke bei Brügge. In den Provinzen West- und Ostflandern und Antwerpen gilt bis Mitternacht Warnstufe orange, im Rest des Landes Warnstufe gelb. Inzwischen schwächt der Wind an der Küste etwas ab.

In Tournai stürzte ein Baukran auf ein Krankenhaus, mehrere Personen wurden verletzt. Wie schwer, ist noch nicht bekannt.

In Menen bei Kortrijk wurde ein 18-jähriger Mann von einem umgestürzten Baum getroffen und schwer verletzt in Krankenhaus gebracht. Sein Zustand sei kritisch.

In der Nähe von Gent wurde eine Person durch herabstürzende Photovoltaikpaneele schwerverletzt.

In Veurne bei de Panne musste ein LKW-Fahrer ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem sein LKW vom Wind umgeworfen worden war.

Die Begegnung der ersten Fußballdivision zwischen Gent und Seraing am Freitagabend ist abgesagt. Teile des Genter Stadiondachs wurden vom Wind weggeweht.

Beschädigt wurde auch das Rathaus der westflämischen Gemeinde Morslede. Ein Teil des Giebels fiel herunter. Verletzt wurde niemand.

Das Zentrum von Asse in Flämisch-Brabant ist evakuiert. Ein Kirchturm droht einzustürzen.

Mehr als 1.000 Einsätze verzeichneten die Feuerwehren im Westen des Landes bislang, meist wegen umgestürzter Bäume, abgerissener Dächer oder beschädigter Stromleitungen.

Die Windräder vor der Küste wurden sicherheitshalber für eine Stunde stillgelegt. Es war das erste Mal überhaupt seit ihrer Errichtung 2009. Am Hafen von Zeebrugge ist der Schiffsverkehr gestoppt.

Die Küstentram fährt nicht mehr aufgrund zahlreicher Stromausfälle durch Gegenstände auf den Leitungen. Shuttle-Busse sind unterwegs zwischen De Panne und Knokke.

Im späten Nachmittag wurde der komplette Bus- und Tramverkehr in den Provinzen Ost- und Westflandern und Antwerpen stillgelegt.

Der Zugverkehr war in weiten Teilen Flanderns am Freitagnachmittag ohnehin ausgesetzt. In den anderen Landesteilen fuhren die Züge mit reduzierter Geschwindigkeit.

Das Innenministerium hat die Notrufnummer 1722 weiterhin aktiviert. Diese Nummer sollte man im Falle von Sturmschäden anrufen. Die Feuerwehr kann auch über die Webseite 1722.be erreicht werden.

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belga/rtbf/vrt/est/vk

Ein Kommentar
  1. Andreas Engels

    Vermutlich wurden die Windräder früher kurz nach 14 Uhr abgeschaltet. Aufgrund von Stromengpässen ist an verschiedenen Küstenorten der Strom komplett ausgefallen. Nachdem der Strom wieder da ist, werden öffentliche Gebäude für heute so weit wie möglich geschlossen um Strom zu sparen.