Illegaler Waffenhandel in Europa immer weiter verbreitet

Illegale Waffen sind ein immer größeres Problem in Europa, das belegt die erste umfassende Studie zu diesem Thema. Koordiniert wurde sie in Belgien vom Flämischen Friedensinstitut.

Waffe (Illustrationsbild: Virginie Lefour/Belga)

Illustrationsbild: Virginie Lefour/Belga

Hintergrund der Studie ist die zunehmende Waffengewalt in vielen europäischen Ländern. Hier hat die Politik erkannt, dass sie etwas tun muss, um diese Entwicklung zu stoppen. Die Studie soll sozusagen die nötige Grundlage liefern. Die Forscher haben ganz konkret untersucht, welche Auswirkungen der illegale Waffenhandel auf das Ausmaß an Waffengewalt hat.

Eines der Ergebnisse lautet ganz eindeutig: Wo mehr Schusswaffen sind, da steigt auch die Zahl der Verbrechen, die mit Schusswaffen begangen werden. Die Studie zeigt anhand von Beispielen aus Belgien und anderen Ländern, wie ein scheinbar unerschöpflicher Nachschub an billigen Schusswaffen nach Europa fließt, was dazu führt, dass sich der Waffenhandel immer mehr in einen gewinnbringenden Markt transformiert. Allein in Belgien werden im Jahr 5.500 illegale Waffen aus dem Verkehr gezogen. Bei einem Fünftel aller Morde ist die Tatwaffe eine Schusswaffe.

Herkunft der Waffen

Viele Waffen stammen aus Osteuropa, häufig sind es Kriegswaffen noch aus alten Beständen, die oberflächlich unbrauchbar gemacht wurden, aber leicht wieder reaktiviert werden können. Eine beliebte Route führt über die Türkei auf direktem Weg in die EU-Staaten. Aber auch aus den USA gelangen illegale Waffen nach Europa – oft ganz banal getarnt als Paket. Ein neuer Trend: Waffen aus dem 3-D-Drucker. Insgesamt gibt es ein enormes Angebot, da ist praktisch für jeden Interessenten etwas dabei – selbst für Kleinkriminelle ist es ausgesprochen einfach, an Schusswaffen zu kommen.

Kriminelle haben quasi von Natur aus einen gewissen Hang, Waffen zu benutzen. Die größte Gefahr geht von einer Eskalation aus: Da findet so etwas wie ein Wettrüsten statt zwischen den kriminellen Banden, insbesondere im Drogenmilieu. Vom wachsenden Handel mit Waffen profitieren auch Terrororganisationen oder Einzeltäter.

Die EU-Staaten wollen einen gemeinsamen Ansatz entwickeln, um gegen den Wachstumsmarkt der illegalen Waffen vorzugehen – Dazu soll die Studie wichtige Erkenntnisse liefern. Aber mehr als ein erstes Puzzle-Steinchen kann sie sicher nicht liefern.

belga/sh