Falsche Superrabatte am Black Friday

Traditionell ist der Tag nach Thanksgiving in den Vereinigten Staaten der Tag, der das Jahresende einläutet. Die Werbung zum "Black Friday" verspricht günstige Artikel, hohe Rabatte und Angebote, die man sich nicht entgehen lassen darf. Das stimmt aber nicht immer.

Black Friday (Archivbild: Paul Ellis /AFP)

Archivbild: Paul Ellis /AFP

Viele dieser sogenannten Schnäppchen am „Black Friday“ sind jedoch nicht das, was sie zu sein scheinen. Das sagt zumindest die Verbraucherschutzorganisation Test-Achats. Auch eine Schwesterorganisation aus Frankreich habe schon 2018 gezeigt, dass nur acht Prozent der „Black-Friday“-Aktionen effektive Preissenkungen gewesen seien.

Nicht nur bei Online-Händlern ist das der Fall. Die belgische Verbraucherschutzorganisation hat schon im vergangenen Jahr festgestellt, dass auch so manche Einzelhändler die Verbraucher mit falschen Aktionspreisen täuschen.

Wachsam sein

Die Preisexperten von Test-Achats haben im vergangenen Jahr 234 „Black-Friday“-Aktionen aus Prospekten und online analysiert. Dabei handelte es sich um Werbeaktionen für beliebte Produktkategorien wie Fernsehgeräte, Smartphones, Kopfhörer, Lautsprecher und Staubsauger bei den größten Elektronikketten. Bei mehr als einem von drei Produkten wurde dabei festgestellt, dass der durchgestrichene – also der alte – Preis höher war als der tatsächliche Mindestpreis, der vor der Werbeaktion galt.

Wenn es richtige Angebote gab, dann wurden im Schnitt 25 Prozent Rabatt angegeben, während es tatsächlich nur acht Prozent waren. Man sollte also nicht blind auf Behauptungen wie „Bislang 100 Euro, jetzt nur noch 50“ oder „Mega-Rabatt von 70 Prozent“ hereinfallen. Die größten Übertreiber in der Test-Achats-Stichprobe waren letztes Jahr Bol.com und Media Markt.

Nicht alle „Black-Friday“-Angebote sind schlichtweg falsch. Es gibt auch viele ehrliche und korrekte Rabatte. Krëfel war im letzten Jahr aus der Stichprobe als Klassenbester hervorgegangen.

Noch mehr Überprüfungen – Boykott

Auch dieses Jahr wird wieder geprüft. Noch mehr sogar. Dieses Jahr werden bis einschließlich zum sogenannten „Cyber Monday“ am 29. November die Aktionspreise von 1.945 Produkten in 67 Webshops überwacht, warnt Test-Achats Händler, die ihre Angebote aufpeppen möchten. Die Organisation prüft also, ob die „Black-Friday“-Preise im Vergleich zu früheren Preisen und zur Qualität ein gutes Angebot sind. Die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit kostenlos auf der „Price-Check“-Webseite von Test-Achats zur Verfügung gestellt.

Man sieht auch immer häufiger, dass Unternehmen den „Black Friday“ boykottieren oder eine andere Aktion starten. Bei Decathlon gibt es in diesem Jahr keinen „Black Friday“, sondern einen „Back Friday“, bei dem alte Sportartikel gegen Gutscheine eingetauscht werden können. Damit sollen die Wiederverwendung und das Recycling von Sportartikeln gefördert werden.

Die Bekleidungskette Kiabi verzichtet auch, spendet aber am 26. und 27. November einen halben Euro pro Bestellung an die Hilfsorganisation „Resto du Cœur“. Das belgische Modelabel Xandres hat auch angekündigt, dass es sich nicht an dem Einkaufsfestival beteiligen wird. Stattdessen bietet die Marke am 26. November kostenlose Reparaturen an.

hln/mz