Henry zur Flutkatastrophe: „Wir stecken noch mitten in der Krise“

Die Coronakrise, die Flutkatastrophe und die steigenden Energiepreise machen den Haushalten zu schaffen. Die Opfer der Flutkatastrophe versuchen mit allen Mitteln, die Feuchtigkeit aus ihren Häuser zu vertreiben und wissen nicht, welches Loch das in ihren Haushalt reißen wird. Der wallonische Umwelt- und Energieminister, Philippe Henry, erklärte in der RTBF, es gebe verschiedene Unterstützungsmaßnahmen, doch Ziel sei es, klimaneutral zu werden und Gewohnheiten zu ändern.

Zerstörungen nach der Flutkatastrophe in Ensival am 15. September (Bild: Bruno Fahy/Belga)

Zerstörungen nach der Flutkatastrophe in Ensival am 15. September (Bild: Bruno Fahy/Belga)

Die steigenden Energiepreise stürzen viele Haushalte in finanzielle Schwierigkeiten. Auf föderaler Ebene sollen die Sozialtarife für Menschen mit niedrigem Einkommen verlängert werden. Auf regionaler Ebene sollen weitere Maßnahmen greifen, wie der grüne Umwelt- und Energieminister Henry in der RTBF erklärte.

Die Wallonie habe den Status der wirtschaftlich geschützten Kunden geschaffen, der damit Anrecht auf 30 Prozent Ermäßigung auf die Rechnung gebe. Daneben gebe es Hilfen seitens des ÖSHZ, sowie verschiedene Prämien, die den Menschen helfen, den Energieverbrauch zu senken.

Die billigste Energie sei die, die man nicht verbrauche. Deshalb müsse man weiter gegen zu hohen Energiekonsum kämpfen und allen ermöglichen, ihre Häuser zu isolieren und Apparate zu kaufen, die weniger Energie verbrauchen. In Zukunft bleibe nichts anderes übrig, als den Verbrauch zu reduzieren und erneuerbare Energien zu nutzen, so Henry.

Die Energiepreise machen besonders auch den Opfern der Flutkatastrophe zu schaffen, da sie viel Energie brauchen, um ihre Häuser und Wohnungen zu sanieren. Aus Sicht von Henry ist die Situation noch immer extrem.

Man befinde sich noch immer in einer Krise. Deshalb habe die Regierung in Konzertierung mit dem Versicherungssektor 30 Millionen Euro für Energiekosten vorgesehen. Die Hälfte davon solle dazu dienen, die Anpassungen auf der Rechnung abzufedern und die höheren Rechnungen, die durch die Trockenlegung der Häuser entstanden sind, zu kompensieren.

In der nächsten Woche werde es auch Prämien von 250 Euro pro Haushalt geben, um Brennstoffe oder vorübergehende Heizapparate zu finanzieren, anschließend werde es auch Prämien für definitive Lösungen geben.

Diese Katastrophe sei ein Alarmzeichen. Der Klimawandel sei auch hier zu spüren und man müsse alles daran setzen, dem entgegenzuwirken.

Chantal Delhez