Angespannte Lage bei Kühne+Nagel

Beim Logistikunternehmen Kuehne+Nagel in Nivelles geht der Streik weiter. Am Mittwoch hatte der Konzern die Schließung des Standortes im Herbst 2022 angekündigt. Dadurch verlieren rund 550 Menschen ihre Arbeit.

Ortseingang von Nivelles (Illustrationsbild: Thierry Roge/Belga)

Illustrationsbild: Thierry Roge/Belga

Die Belegschaft hat nach der Ankündigung die Arbeit niedergelegt und Streikposten an den Zufahrtswegen zum Betriebsgelände errichtet.

Die Lage in Nivelles ist äußerst angespannt. Am Donnerstag musste die Feuerwehr einen Brand auf dem Betriebsgelände löschen. In einer Lagerhalle war ein LKW-Auflieger in Brand gesteckt worden. Die Streikposten hoben vorübergehend die Blockade der Zufahrtswege auf, um die Löscharbeiten zu ermöglichen.

Die Geschäftsführerin hat den Betrieb inzwischen verlassen und schlug ein Treffen mit den Gewerkschaften an einem gesicherten Ort vor. Die Gewerkschaften fordern jedoch eine Erklärung vor der gesamten Belegschaft.

Hintergrund

Die Argumentation der Direktion, dass die Niederlassung seit Jahren Verluste macht und nicht rentabel ist, bezeichnen die Gewerkschaften als einen Sabotageakt. Didier Lebbe von der CNE erklärte, die Direktion sabotiere die Arbeit seit mehr als zwei Jahren, indem sie zum Erreichen der Rentabilität untragbare Prozesse eingeführt habe.

Andere Gewerkschaften werfen der Direktion vor, nicht genügend in Material und Infrastruktur investiert zu haben. Auch kritisieren sie die Absicht des Konzerns, die Aktivitäten nach Flandern verlegen zu wollen, ohne das bestehende Personal zu übernehmen.

Die Gewerkschaften haben bereits die Politik aufgefordert, einzugreifen. Der wallonische Ministerpräsident Di Rupo will in den nächsten Tagen mit Direktion und Gewerkschaften zusammenkommen.

Auch die Lkw-Fahrer des neben Logistics Nivelles angesiedelten Unternehmens Supertransport haben die Arbeit niedergelegt. Es sind deren Lkw, die die Waren von Kühne+Nagel zum Kunden transportieren.

cd/sh/km