Brandverdacht führt zu zweitem Schlag gegen Zigarettenmafia

In Wuustwezel in der Provinz Antwerpen ist am Mittwochabend eine weitere illegale Zigarettenfabrik ausgehoben worden. Entdeckt wurde sie durch Zufall: Ein Anrufer hatte grauen Rauch aus einem Gebäude austreten sehen und deswegen die Feuerwehr angerufen. 

Polizei (Illustrationsbild: David Stockman/Belga)

Illustrationsbild: David Stockman/Belga

In Wuustwezel sind insgesamt elf Personen festgenommen worden: Zunächst trafen die Polizeibeamten neun Verdächtige direkt in der gemeldeten Lagerhalle an – offenbar waren sie gerade dabei, ihre Flucht vorzubereiten. Später nahmen die Beamten auch noch den Mieter des Gebäudes fest sowie einen weiteren Mann, der sich offenbar nichtsahnend für den Beginn seiner Schicht in der illegalen Fabrik zu dem Gebäude begeben hatte.

Der mittlerweile verständigte Zoll konnte die Maschinen zur Herstellung der Zigaretten, diverse bereits für den Abtransport bereitgestellte Kartons mit gefälschten Zigaretten sowie Bargeld beschlagnahmen.

Es ist noch unbekannt, ob die illegale Zigarettenfabrik in Wuustwezel vom gleichen kriminellen Netzwerk betrieben worden ist, das bei der Großrazzia im Visier der Zollbehörden stand. Bei dieser ersten Aktion waren 45, teils einschlägig polizeibekannte Personen festgenommen worden, die meisten von ihnen Osteuropäer. Außerdem sind nach einer ersten, noch unvollständigen Schätzung mindestens 28 Millionen Zigaretten und über 75 Tonnen Tabak sichergestellt worden. Allein die dafür theoretisch anfallenden Akzisen, Sonderakzisen und Umsatzsteuer werden auf über 21 Millionen Euro beziffert.

Zolleinsatz – Spektakulärer Schlag gegen Zigarettenmafia

Boris Schmidt