Kinderärzte warnen vor gesundheitlichen Schäden bei Jugendlichen durch Distanzunterricht

Die Kinderärzte haben einen flammenden Appell gestartet und fordern die Rückkehr zum Präsenzunterricht für alle Kinder und Jugendlichen so schnell wie möglich.

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / ArturVerkhovetskiy

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Die Jugendpsychiatrien seien überlastet, heißt es. Die gesundheitlichen Schäden verursacht durch die Schulschließungen schätzen Experten als beträchtlich ein. Das hat die Auswertung verschiedener internationaler Studien ergeben.

Zum Schulbeginn nach den Osterferien kehren am Montag nur Kindergärten, Primarschulen und die unteren Jahrgänge der Sekundarschulen zum Präsenzunterricht zurück. Die älteren Jahrgänge haben wechselweise Präsenz- und Distanzunterricht.

Die Unterrichtsministerin der Französischen Gemeinschaft, Caroline Désir, hat das in der RTBF verteidigt. Die aktuellen Pandemie-Zahlen ließen die Rückkehr zum Präsenzunterricht für alle im Augenblick noch nicht zu.

Die Bildungsminister des Landes wollen die Situation Anfang Mai neu bewerten. Sie hoffen, dass dann alle Schüler wieder in den vollzeitigen Präsenzunterricht zurückkehren können.

rtbf/sh

4 Kommentare
  1. Lutz-René Jusczyk

    Was ist mit dem Lehrpersonal an Primärschulen?
    Mit dem Wegfall der Maskenpflicht im fünften und sechsten Primarschuljahr sind Lehrer/-innen an jenem Schultyp einem erheblichen Infektionsrisiko ausgesetzt, was auch noch durch sehr hohe Inzidenzwerte in einigen Gemeinden verstärkt wird.
    Warum werden Lehrpersonen nicht endlich bevorzugt geimpft?
    Angehörige dieser Berufsgruppe einem erhöhten Risiko auszusetzen, an Long Covid zu erkranken oder schlimmstenfalls auf der Intensivstation zu landen, halte ich offen gestanden für verantwortungslos.

  2. Joseph Michels

    Sehr geehrter Herr Jusczyk, glauben Sie ernsthaft, dass von Fünft- oder Sechstklässlern eine hohe Ansteckungsgefahr ausgeht ? Es gibt keinen Beweis dafür. Ich finde es gut, dass die Maskenpflicht in den Primarklassen wegfällt. Sie hätte dort nie eingeführt werden dürfen. Es ist schon bedauerlich genug, dass die Schüler der Oberstufen die Maske tragen müssen. Der ständige Wechsel zwischen Online- und Präsenzunterricht ist ein zusätzlicher außergewöhnlicher Kraftakt. Und als Vater zweier Jugendlicher kann ich sehr wohl abschätzen, wie sehr Jugendliche unter den Coronamaßnahmen leiden – besonders unter den Kontaktbeschränkungen und dem Wegfall von kulturellen Angeboten. Nicht von ungefähr schlagen Kinderärzte und Jugendpsychologen Alarm. Und was machen Sie mit den Lehrern, die sich gegebenenfalls nicht impfen lassen wollen ? Werden die dann von Eltern verklagt oder von der Schule gejagt ?

  3. Lutz-René Jusczyk

    Werter Herr Michels, es wundert mich, dass es noch immer Leute gibt, die die Wirkung medizinischer Masken zur Eindämmung der Pandemie infrage stellen.
    Im Januar wurde ein Fünftel aller Schüler/-innen des Königlichen Athenäums St. Vith positiv auf das Virus getestet. Bei den hohen Infektionszahlen in einigen Gemeinden können Sie doch nicht behaupten, dass es kein oder nur ein geringfügiges Infektionsrisiko gäbe, zumal die inzwischen kursierende B.1.1.7-Variante weitaus ansteckender ist.
    Jeder Chauffeur bei der TEC ist besser vor einer Infektion geschützt, denn die Fahrgäste sind verpflichtet, eine Mund- und Nasenbedeckung zu tragen; außerdem ist die Fahrerkabine vom Fahrgastraum durch Folie abgegrenzt.
    Angesichts dieser Situation wäre es m.E. geboten, das Lehrpersonal, insbesondere an Grundschulen, schnellstmöglich zu impfen.
    Um auf Ihre letztgenannte Frage zu antworten: Wenn ein Impfangebot besteht und man es nicht wahrnimmt, sollte man sich anschließend nicht über die Folgen einer Infektion beklagen. Das Problem ist, dass es Ersteres für viele noch nicht gibt.

  4. Carl Schumacher

    Was die liebe Obrigkeit mit unseren Jugendlichen und Kindern veranstaltet ist meiner bescheidenen Meinung nach ein Verbrechen.