Öffentliche Anhörung zu Laufzeitverlängerung Doel 1 und 2 gestartet

Am Donnerstag startet eine öffentliche Anhörung zur Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke Doel 1 und Doel 2. Das hatte ein Gericht angeordnet.

Atomkraftwerk von Doel

Bild: Eric Lalmand/Belga

In seinem Urteil sagte das Gericht, dass die Entscheidung von 2015, die Meiler zehn Jahre länger am Netz zu lassen, nicht korrekt abgelaufen ist. Es fehlte die Umweltverträglichkeitsprüfung, und auch die Bevölkerung war nicht gefragt worden.

Jetzt werden diese Mängel beseitigt. Seit Donnerstag ist der Umweltverträglichkeitsbericht online. Jeder Bürger kann dort bis zum 15. Juni seine Fragen und Bemerkungen formulieren.

Die föderale Energieministerin Tinne Van der Straeten (Groen) erklärte, es sei gut, dass sich die Bevölkerung in dieser so wichtigen Frage äußern kann. Die Folgen eines Reaktorunfalls könnten erheblich sein.

Menschen aus dem In- und Ausland bis zu einem Umkreis von 1.000 Kilometern dürfen an der Umfrage teilnehmen. Sie befindet sich auf der Webseite des Föderalen Öffentlichen Dienstes Wirtschaft.

vrt/vk

5 Kommentare
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    Es versteht sich von selbst, dass die Nachbarnationen da gerne als EU-Mitglied ein paar Takte mitreden wollen bei so einer brisanten Sache, denn ein Super-Gau würde für das Foederale Koenigreich eine satte Regressforderung der betroffenen Länder zur Folge haben.

    Im selben Atemzug erwarte ich, dass die Mitgliedsstaaten der EU dem Nationalen Alleingang der BRD, in diesem Fall dem schnellen Kohleausstieg, sofort zu stoppen und bereits stillgelegte Anlagen ohne Wen und Aber auf schnellstem Wege zu reaktivieren, da die Netzstabilität der Verbundnetze ebenfalls ein gesamteuropäisches Interesse ist für Gesundheit und Sicherheit der Zivilbevoelkerung in den Ländern des Schengenraums.

  2. Daniel Traud

    Sehr geehrter Herr Drescher,
    zu Ihrer Information zitiere ich das deutsche Statistische Bundesamt: „Der Stromaustauschsaldo Deutschlands betrug im Jahr 2020 rund -21 Terawattstunden. Dies bedeutet, dass Deutschland im Jahr 2020 circa 21 Terawattstunden mehr exportierte, als es importierte.“ Daraus lässt sich schließen, dass Deutschland weder belgische noch französischen Atomstrom benötigt um die vermeintlich fehlende Lücke zu schließen. Worin sehen Sie jetzt den Bedarf deutsche Kohlemeiler wieder in Betrieb zu nehmen? Was bezwecken Sie mit dieser These? Viele Grüße aus einem niedrig Energiehaus

  3. Yves Tychon

    Wenn ein Bewohner von Barcelona mitreden soll bei der Laufzeitverlängerung von Doel, möchte ich ein Mitspracherecht, wenn in Barcelona die Müllabfuhr donnerstags satt dienstags kommt.

  4. Frank Jörg Rimbach

    Sehr geehrter Daniel Traud !!!
    Nur zur Info: Herr Kretschmar seines Zeichen Ministerpräsident des deutschen Bundeslandes Baden Württemberg, hat letztes Jahr 2020 nachdem er alle Atom und Kohlekraftwerke abschalten ließ, mit Frankreich einen Atomstromdeal abgeschlossen, sodass Baden-Württemberg nun ausschließlich mit Französischem Atomstrom versorgt wird, der dem Stromkunden als teurer Ökostrom verkauft wird!!!!

  5. Anja Wotschke

    Naja vor 2 – 3 Tagen lief im TV (denke war auf Pro7 ) der Film Chernobyl und im Anschluss eine Dokumentation dazu was wäre wenn und falls einer der hiesigen Reaktoren da einem um die Ohren fliegt und es zum super gau kommt….also finde dann ein Kohlekraftwerk oder auch wasserkraftwerk weniger gefährlich als so ein Atommeiler