Erste Anzeigen durch Brüsseler Polizei wegen sexueller Belästigung auf offener Straße

Die Polizei Brüssel-Nord hat erstmals im Rahmen einer gezielten Aktion Anzeigen wegen sexueller Belästigung auf öffentlicher Straße erstattet. Zwei Männer wurden angezeigt, weil sie eine Undercover-Polizistin belästigt hatten.

Frau spaziert durch ein Stadtviertel (Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Gstockstudio)

Illustrationsbild: © Bildagentur PantherMedia / Gstockstudio

Es ist ihnen hoffentlich eine Lehre: Für einen 26-Jährigen und einen 41-Jährigen hat ihr obszönes Verhalten auf offener Straße Folgen.

Der jüngere der beiden hatte einer Frau nachgestellt und sie gedrängt, ihm ihre Telefonnummer zu geben. Der ältere Mann hatte einer Frau Beleidigungen hinterhergerufen und sexuelle Gesten mit seiner Zunge gemacht.

Dumm nur, dass sie jeweils an eine Polizistin in Zivil geraten waren. Die Polizei Brüssel-Nord war am Sonntag zum zweiten Mal undercover unterwegs gewesen, um gerade derartiges Verhalten zu provozieren. Der Polizistin folgten jeweils zwei weitere Beamte, ebenfalls in Zivil, um die Täter in flagranti festzunehmen und insbesondere um Beweise gegen sie zu haben.

Beim ersten Einsatz dieser Art hatte die Polizei nach eigenen Angaben keine Anzeigen erstattet, aber mehrere Personen verwarnt.

Die Polizei Brüssel-Nord will diese Art von Einsätzen in verschiedenen Bezirken ihres Gebiets fortsetzen. So will sie auch Informationen über die problematischsten Orte sammeln.

Die Behörden ermutigen Opfer von sexueller Belästigung auf offener Straße auch, Anzeige zu erstatten. Derartige Taten würden leider viel zu häufig banalisiert.

Peter Esser