Léonard: Pädophile Priester a.D. nicht juristisch verfolgen

Erzbischof Léonard ist der Auffassung, dass pädophile Priester, die nicht mehr im Dienst sind, wegen ihrer Vergehen nicht vor Gericht gestellt werden sollten. Das erklärte Léonard am Abend in der RTBF-Sendung "Questions à la une".

Erzbischof Leonard beim Pressetermin der Bischofskonferenz

Erzbischof Léonard

Was er dort zu diesem Thema von sich gibt, ist zumindest erstaunlich und dürfte in den nächsten Tagen wohl kaum ohne Folgen bleiben.

Obwohl er erst seit kurzem im Amt ist, hat Erzbischof Léonard schon so manche bemerkenswerte, für viele schockierende Meinung geäußert, insbesondere im Zusammenhang mit ethischen oder gesellschaftsrelevanten Fragen wie Aids oder Homosexualität.

Sein jüngster Vorstoß im Zusammenhang mit den pädophilen Vergehen zahlreicher Priester stellt  jedoch – zumindest was die Brisanz betrifft – alles Voraufgegangene in den Schatten.

Auf die Frage eines Mitarbeiters der Sendung “Questions à la une” nach seiner Ansicht  zur Bestrafung des von Priestern begangenen  sexuellen Missbrauchs sagt Monseigneur Léonard:

„Sexuelle Straftäter sind auch Menschen. Natürlich müssen sie sich dessen bewusst werden, was sie getan haben, doch wenn sie nicht mehr im Amt sind und folglich keine Verantwortung mehr tragen, dann frage ich mich, ob ein Racheakt gegen sie, zumal er kein konkretes Ergebnis mehr hätte, eine menschliche Lösung ist.“

Er denke auch, dass die meisten Opfer das nicht wünschten, fügte er hinzu. Priester, die noch im Amt sind und sich des Kindesmissbrauchs schuldig gemacht haben, sollten nach Auffassung von Erzbischof Léonard wohl zur Rechenschaft gezogen werden, um Wiederholungstaten zu vermeiden.

Sozialisten reagieren empört auf Äußerungen von Léonard…

rkl/vrt/jp Bild: belga

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3 Kommentare
  1. Heidi Dettinger

    Bravo, Herr Léonard! Da ist Ihnen ja ein richtig guter Wurf gelungen! Lassen Sie mich Ihren Gedanken mal weiterspinnen:
    Ein Briefträger vergewaltigt ab und an mal eine eine Frau, bei der er klingelt. Die Post kriegt das mit, nimmt ihn aus dem Aussendienst und dann – „Er ist doch auch ein Mensch! Und wo er doch jetzt nicht mehr von Tür zu Tür geht, kann er doch auch keine Frauen mehr vergewaltigen. Wem ist damit gedient, ihn jetzt noch zu verklagen?“
    Oder noch ein bisschen weiter (immer noch derselbe Faden!): Ein Arzt bringt alte Leute um – zack, Spritze ins Herz. Dabei erwischt, nimmt ihn die Krankenhausleitung ins Büro, ohne Kontakt zu den Patienten, nach dem Motto: „Auch er ist ein Mensch! Nun bekommt er doch keine Patienten mehr zu sehen. Wozu sollte es also gut sein, wenn er jetzt verklagt wird?“
    Ich glaube, mir wird gerade ganz schlecht!
    Heidi Dettinger

  2. Siegfried März

    Gratulation …
    das ist der richtige Weg gläubige Christen in der Kirche zu halten ???

    Allein die Aussage Strafe=Rache ist eine Ohrfeige an alle Opfer von klerikalen Kinderschänder.

    Aber leider ist ihre Meinung nur der Gipfel der generellen Verharmlosung des Kindesmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche (nicht nur Belgiens).

    Ich möchte hier ein für alle Mal festhalten: Kinderschänder sind Verbrecher und müssen somit als Verbrecher vor einem ordentlichen zivilen Gericht verurteilt werden, unabhängig welchem/r Beruf(ung) der Verbrecher nachgeht Priester, Briefträger, Arzt oder was auch immer !!!

    Es wird Zeit, dass die Kirche dies einsieht und Personen wie Sie aus Amt und Würden entfernt.
    Persönlich hoffe ich, dass nun endlich der Vatikan aktiv wird und entsprechende Schritte einleitet.

    In Ihrer Kirche, Herr Léonard, bin ich nicht zu Hause und bezweifele, dass dies noch das Haus Gottes ist !

    Dr. Siegfried März

  3. Gert Klügel

    So zeigt die Kirche endlich mal ihr echtes Gesicht. Ich frage mich wieviel muss noch passieren, bis auch der letzte Gläubige begriffen hat, dass er betrogen wurde. denn die leute, die ihm Moral gepredigt haben, waren selbst im hohen Masse unmoralisch. Es gibt keine Reue, immer wird nur um den heissen Brei herumgeredet. Aus der Kirche austreten ist die einzige Kosequenz, eine andere Sprache verstehen sie doch nicht. Wir wollen nicht mehr gegängelt werden.
    Gert Klügel

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